,Den Arsch hochkriegen’ - Bernd Stelter im Interview mit dem MARKTSPIEGEL

Werra-Meißner. Der Kabarettist Bernd Stelter, der vielen vorallem durch die RTL-Show "7 Tage 7Köpfe" bekannt ist, tritt am Donnerstag, 10.

Werra-Meißner. Der Kabarettist Bernd Stelter, der vielen vorallem durch die RTL-Show "7 Tage 7Köpfe" bekannt ist, tritt am Donnerstag, 10. November um 19.30 Uhr im Kultur-und Kongresszentrum in Bad Sooden-Allendorf auf. Im Gepäck hat er sein neues Kabarettprogramm "Mundwinkel Hoch".

Das beschäftigt sich vorallem mit der Deutschen Befindlichkeit, denn Deutschland geht’s gut. Aber die Mundwinkel hängen kollektiv nach unten. Die deutsche Befindlichkeit steht im offenen Widerspruch zur Realität. Dem will Stelter nun Abhilfe schaffen.

Denn Mundwinkel OPs sind seiner Ansicht nach keine Lösung. Der MARKTSPIEGEL bat daher zum Gespräch, wie Stelter die Mundwinkel in Nordhessen nach oben bekommen möchte.

MARKTSPIEGEL (MS): Sie sagen ja, dass Deutschlands Mundwinkel nach unten hängen. Wie sieht es denn im Augenblick mit Ihren Mundwinkeln aus?

Bernd Stelter: Meine Mundwinkel sind ziemlich weit oben. Denn meine Tour läuft im Augenblick super und ich fahre jetzt erst einmal in die Ferien und trete dann in Erfurt Dresden und Bad Sooden-Allendorf auf.

MS: Haben Sie schon bei den Krankenkassen nachgefragt, ob diese die Kosten von Gesichtskorrekturen übernehmen?

Stelter: Nein. Das wäre auch nicht der richtige Ansatz, um die Mundwinkel hoch zu bekommen. Man muss nämlich selber positiv denken und nach Vorne schauen. Vorallem muss man rausgehen und sich bewegen, das ist der erste Schritt, um glücklich zu sein.

MS: Ist Ihr Programm die richtige Kur?

Stelter: Ja. Mein Programm ist in sofern die richtige Kur, da man dazu einfach rausgehen und sich unter Leute mischen muss. Außerdem kann man dabei lachen, denn man bekommt etwas Lustiges, Humorvolles geboten und kann so auch positive Energie mitnehmen.

MS: Halten Sie die Deutschen für das Volk der Jammerer?

Stelter: Ja. Wobei dies vorallem auch durch die meist negative Berichterstattung in den Medien hervorgerufen wird. Man sieht dort fast ausschließlich schlechte Nachrichten.

MS: Haben Sie das Gefühl, dass man in Deutschland nur lachen kann, wenn man ein Signal bekommt, jetzt darf gelacht werden, z.B. wenn man ein Kostüm trägt, wie etwa zum Karneval?

Stelter: Das ist das Problem mit dem Haus verlassen. Deutsche haben natürlich Humor, doch bei einer amerikanischen Studie kam heraus, dass vorallem die Skandinavier die glücklichsten Menschen sind, dicht gefolgt von den Niederländern. Deutschland hingegen liegt noch hinter Ländern wie Nigeria auf Platz 47. Dagegen muss man einfach was tun.

MS: Sie sagen in ihrem Programm, Glück gibt es an jeder Ecke zu kaufen, bedeutet das nicht, dass das Glück im Konsum, also Geld ausgeben liegt?

Stelter: Das ist natürlich ironisch gemeint. Im Konsum liegt natürlich nicht die Lösung des Problems.

Wie ich schon sagte, muss man einfach selber aktiv werden, um glücklich und zufrieden zu sein. Es ist in einer Studie erwiesen, dass 25 Prozent der Jugendlichen nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen, sondern lieber den ganzen Tag vor dem Computer hocken. Man muss einfach mal seinen Arsch hochkriegen und etwas unternehmen, nur so kann man glücklich werden.

Mein Programm ist auch nicht theoretisch, sondern es hat immer einen Hintergrund. Ich will nicht irgendwas dem Publikum erzählen, das lustig ist, sondern man soll auch etwas mitnehmen und lernen können. Wenn Commedy bedeutet, es soll einfach nur lustig sein, dann bin ich kein Comedian, da sehe ich mich eher als Kabarettisten an.

MS: Sie integrieren ja auch immer wieder die Musik in ihren Shows, wieviel Musik spielen Sie in Ihrem aktuellen Programm?

Stelter: Jedes zweite Stück meines Programms ist ein Lied, also insgesamt sieben bis acht Lieder werde ich spielen. Denn Musik hat den Vorteil, dass man eine ganze Geschichte in zwei bis drei Minuten erzählen kann.

MS: Nehmen Sie auch Bezug auf die erneute aktuelle Schuldenkrise?

Stelter: Auf die Länder gehe ich ein, aber ich mache kein tagespolitisches Programm, mein Programm ist dauerhafter und längerfristig angelegt.

MS: Vielen Dank für das Gespräch.

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