Depression: Mehr als nur ein „Winterblues“

Bad Arolsen. In den tristen, dunklen Wintertagen fühlen sich viele Menschen lustlos und schlapp. Dieser "Winterblues" ist meist Folge von L

Bad Arolsen. In den tristen, dunklen Wintertagen fühlen sich viele Menschen lustlos und schlapp. Dieser "Winterblues" ist meist Folge von Licht- und Bewegungsmangel und in der Regel noch keine Krankheit. Dahinter kann sich aber auch eine behandlungsbedürftige Depression verbergen, an der jeder achte Deutsche im Laufe seines Lebens erkrankt. Diese Erkrankung wird häufig unterschätzt und mit "schlecht drauf sein" verwechselt. Dabei zählen depressive Störungen zu den Hauptursachen für Suizide in Deutschland.

Die Betroffenen sind traurig und niedergeschlagen, schlafen schlecht, haben keinen (oder gesteigerten) Appetit, grübeln stark und leiden unter Ängsten sowie dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit bis hin zu Todeswünschen. Sie erleben ihr Leben nicht mehr als "lebenswert", ihr Alltag hat seine positiven Gefühle und Farben verloren. Aufklärung ist wichtig, denn häufig werden Depressionen zu spät erkannt. Bei einem Teil der Patienten stehen körperliche Beschwerden im Vordergrund, für die sich keine organischen Ursachen finden lassen.

Depressionen sind gut behandelbar

"Die positive Nachricht für Betroffene: Depressionen sind gut behandelbar", weiß Dr. Gärtner zu berichten. Bei der Therapie depressiver Erkrankungen ergänzen sich Medikamente und Psychotherapie: Beide Behandlungsansätze verfolgen das Ziel, die Stimmung des Patienten, die Symptome und damit die Lebensqualität zu verbessern. Gerade bei mittelschweren und schweren Depressionen ist der Einsatz von speziellen Medikamenten –  sogenannten "Antidepressiva" – wichtig. Sie normalisieren den Gehirnstoffwechsel.

In der Psychotherapie entwickeln Ärzte und Therapeuten auf der Basis der kognitiven Verhaltenstherapie ein individuelles Störungsmodell. Darauf aufbauend werden gemeinsam mit dem Patienten Ansatzpunkte für Veränderungen ermittelt. Dazu zählen der Aufbau positiver und angenehmer Aktivitäten, die Überwindung von negativen Denkmustern, das Einüben sozialer Fertigkeiten sowie der (Wieder-) Aufbau sozialer Kontakte. Zudem sollen die Patienten Strategien erlernen, wie sie Probleme künftig gezielter lösen können. Sport- und bewegungstherapeutische Maßnahmen sowie Entspannungstechniken ergänzen die Therapie, die das Ziel hat, dem Alltag buchstäblich seine Farben wiederzugeben.

Aus organisatorischen Gründen findet das GesundheisGespräch am kommenden Montag, 31. Januar,  in der Schön Klinik, Große Allee 1-3, statt.

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