Ehevertrag - ja oder nein?

Von KARL-WILHELM DRING Bei einer Vielzahl von Ehescheidungen, ohne Ehevertrag zeigt sich, dass die dann geltenden gesetzlichen Regelungen den in

Von KARL-WILHELM DRING

Bei einer Vielzahl von Ehescheidungen, ohne Ehevertrag zeigt sich, dass die dann geltenden gesetzlichen Regelungen den individuellen Gegebenheiten nicht gerecht werden.Dabei ist vorauszuschicken, dass bestimmte Bereiche einer vertraglichen Regelung nicht zugnglich sind: Dies sind insbesondere der Trennungsunterhalt zwischen den Eheleuten bis zur Scheidung, der nur sehr eingeschrnkt vertraglich gestaltet werden kann und das Sorgerecht. Hier wird im Streitfalle das Familiengericht unabhngig von vertraglichen Vereinbarungen nach der Maxime des Kindeswohls entscheiden. Auch der Kindesunterhalt muss nach Dsseldorfer Tabelle berechnet werden.Die Gebiete, die durch Vertrag abweichend vom Gesetz geregelt werden knnen, sind die des Gterrechts/Zugewinns, Fragen des nachehelichen Unterhaltes, der Bereich der Altersversorgung und der des Erbrechts. Hier bestehen Gestaltungsmglichkeiten, die auf die individuelle Situation abgestellt werden knnen. Sie werden bestimmt unter anderem durch das Alter der Heiratenden, die Familienplanung, die wechselseitigen Vermgensverhltnisse und die wechselseitigen beruflichen Perspektiven.Die offene Diskussion im Rahmen der Erarbeitung des Vertrages bewahrt vor berraschungen der gesetzlichen Rechtsfolgen, insbesondere im finanziellen Bereich bei Scheitern der Ehe.Abschlieend der Hinweis, dass bestehende Ehevertrge im Hinblick auf die obergerichtliche Rechtsprechung zur Wirksamkeit immer wieder einer berprfung unterzogen werden sollten. Auch nach der Heirat ist der Abschluss eines Ehevertrages noch mglich. Dabei ist zu beachten, dass Ehevertrge in jedem Fall in notarieller Form zu schlieen sind.

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