Enterben verboten?

Von HARTMUT H. MITZE Kinder gehen im Erbfall aber grundstzlich nicht leer aus. Das entschied erst jngst wieder das Bundesverfassungsgerich

Von HARTMUT H. MITZE

Kinder gehen im Erbfall aber grundstzlich nicht leer aus. Das entschied erst jngst wieder das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Danach hat auch der ungeratene Nachwuchs grundstzlich Anspruch auf einen Pflichtteil. Der Pflichtteil entspricht der Hlfte des gesetzlichen Erbes. Stirbt in einer vierkpfigen Familie, ohne dass ein Testament hinterlassen wurde, zum Beispiel der Familienvater, betrgt das gesetzliche Erbe fr seine Ehefrau die Hlfte des Vermgens und fr die beiden Kinder je ein Viertel. Enterbt ein Familienvater ein Kind, so hat dieses weiterhin Anspruch auf den Pflichtteil in Hhe eines Achtels. Selbst bei einer schwerwiegenden Entfremdung drfen Eltern ihre Kinder nicht per Enterbung quasi bestrafen, entschied das Bundesverfassungsgericht. Fr eine wirksame Enterbung gibt es enge Grenzen: Wenn etwa ein Kind nach dem Leben der Mutter oder des Vaters trachtet oder diesen Gewalt antut, kann der Pflichtteil entzogen werden. So etwas kommt aber selten vor. Die Entziehung des Pflichtteils ist nur dann wirksam, wenn der Erblasser sie im Testament ausdrcklich angeordnet hat und er dabei erklrt hat, welcher der gesetzlich festgelegten Entziehungsgrnde den Entzug des Pflichtteils rechtfertigen soll. Wer sicher gehen will, dass die ungeratenen oder undankbaren Erben nichts oder doch so wenig wie mglich erhalten, sollte sich rechtzeitig um professionelle Hilfe bemhen. Schon mancher privatschriftliche Regelungsversuch hat zu heftigen Erbschaftsstreitigkeiten gefhrt.

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