Erben haben Auskunftspflicht

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Robert Ingenbleek, Rechtsanwalt und Notar

Ehepartner oder sonstige nahe Angehörige des Erblassers, die durch letztwillige Verfügung von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen und somit ent

Ehepartner oder sonstige nahe Angehörige des Erblassers, die durch letztwillige Verfügung von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen und somit enterbt worden sind (Pflichtteilsberechtigte), haben einen gesetzlichen Auskunftsanspruch über den Bestand des Nachlasses gegenüber den eingesetzten Erben.Zur Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten über die Erbauseinandersetzung sind die Erben also gegenüber den Enterbten verpflichtet, genau aufzulisten, was sie und eventuell vorhandene Vermächtnisnehmer aus dem Erbfall erhalten haben.Darüber hinaus haben die Pflichtteilsberechtigten einen Auskunftsanspruch darüber, was der Erblasser innerhalb der letzten zehn Jahre verschenkt hat. Bei der Berechnung des Pflichtteilsanspruchs, der der Hälfte der Höhe des gesetzlichen Erbanspruchs entspricht, sind solche Geschenke der Erbmasse hinzuzurechnen. Durch diesen Anspruch wird der Pflichtteilsberechtigte so gestellt, als ob die Schenkung nicht erfolgt und somit das Vermögen des Erblassers durch die Schenkung nicht verringert worden wäre.Jedoch wird nach der gesetzlichen Neuregelung ab 2010 eine Schenkung für die Berechnung des Pflichtteilergänzungsanspruchs Jahr für Jahr graduell weniger berücksichtigt, je länger sie zurückliegt. D. h. eine Schenkung im ersten Jahr vor dem Erbfall wird voll in die Berechnung einbezogen, im zweiten Jahr wird sie nur noch zu 9/10 und dann weiter abnehmend bis nur noch zu 1/10 für das zehnte Jahr berücksichtigt.Mit dieser Regelung wird den Beteiligten in einer Erbauseinandersetzung mehr Planungssicherheit verschafft.

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