Erbrecht - Maschinenschrift kann Testament unwirksam machen

Ein teilweise maschinenell und teilweise handschriftlich verfasstes Testament ist unwirksam. Ein privatschriftliches Testament muss gemäß § 2247 

Ein teilweise maschinenell und teilweise handschriftlich verfasstes Testament ist unwirksam. Ein privatschriftliches Testament muss gemäß § 2247 Abs. 1 BGB vollständig handschriftlich erstellt werden.Wer als Erblasser seinen letzten Willen teils maschinenschriftlich verfasst, läuft Gefahr, dass sein Testament wegen Verstoßes gegen die Formvorschriften des Erbrechts unwirksam ist. (Oberlandesgerichts Hamm, Beschluss vom 10.01.2006; Aktenzeichen: 15 W 414/05).In dem vom OLG Hamm entschiedenen Fall hatte der Erblasser sein Testament teils maschinenschriftlich, teils handschriftlich verfasst. Unter den maschinenschriftlichen Teil setzte er seine Unterschrift mit Datumsangabe. Es folgte dann ein handgeschriebener Text, welchen der Erblasser nochmals unterschrieben hatte.Im Streit um die Erteilung des Erbscheins kam das Nachlassgericht zu dem Ergebnis, dass mangels wirksamen Testaments die gesetzliche Erbfolge eingetreten sei. Diese Entscheidung wurde vom Oberlandesgericht bestätigt. Es führte aus, dass das Schriftstück des Erblassers nicht der Formvorschrift des BGB entspreche. Danach erfordert die wirksame Errichtung eines privatschriftlichen Testaments die eigenhändige Niederschrift der Erklärung und die Unterzeichnung durch den Erblasser. Der eigenhändig niedergeschriebene Teil ließ jedoch keine Erbeinsetzung des Antragstellers erkennen. Eine Bezugnahme auf den maschinenschriftlichen Teil genügt der Formvorschrift nicht.Die Richter in Hamm führten aus, dass eine Bezugnahme auf ein nicht der Testamentsform entsprechendes Dokument nur dann der Wirksamkeit nicht entgegensteht, wenn dieses lediglich der näheren Erläuterung einer Verfügung dient, die in einem der gebotenen Form entsprechenden Schriftstück eine ausreichende Grundlage findet.

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