Facebook-Timeline: Datenschützer schreien auf

Region. Was habe ich  am 08. Juli 2001 gemacht? Wie hab ich Weihnachten 2005 verbracht und auf welcher Party hab ich am vergangenen Wochenende gefeie

Region. Was habe ich  am 08. Juli 2001 gemacht? Wie hab ich Weihnachten 2005 verbracht und auf welcher Party hab ich am vergangenen Wochenende gefeiert? Würden Sie diese intimen Details aus Ihrem Leben jedem auf der Straße erzählen?  Und wildfremden Menschen am besten noch Fotos und Videos dazu zeigen? -Eher nicht!

Doch genau das hält Mark Zuckerberg, der Erfinder von facebook scheinbar für eine tolle Idee. Mit der Einführung der neuen Chronik (eng: Timeline) wird das komplette Leben der facebook-Nutzer auf einer Seite gebündelt. Durch die Übersicht werden die Daten zeitlich geordnet und für alle leichter auffindbar.

Ab Mittwoch ist es soweit und die neue Timeline wird für alle facebook-Nutzer verpflichtend: Mit dem interaktiven Lebenslauf werden alle Ereignisse, Fotos und Statusmeldungen der User von Geburt an auf einen Blick ersichtlich.

Aufregung bei den Datenschützern

Und genau da schrecken die Datenschützer hoch. Wegen mangelhafter Datenschutzpolitik steht facebook bei ihnen schon seit einiger Zeit am Pranger und auch jetzt hagelt es massive Kritik für die neue Chronik, die den Usern aufgezwungen wird. Die Kritiker befürchten, dass nun massenweise Daten an die Öffentlichkeit gelangen, die besser verborgen bleiben sollten. Da facebook die Daten an Dritte weitergebe, bekommen diese nun ein kompaktes und transparentes Kundenprofil geliefert und die Nutzer wiederum erhalten dann noch gezielter Werbung auf ihren Facebook-Profilen – was dem Unternehmen um Gründer Mark Zuckerberg weitere Einnahmen bringen soll.

Die Umstellung auf die Chronik kann nicht verhindert werden. Allerdings hat man, laut facebook, sieben Tage Zeit, das eigene Profil zu überarbeiten, bevor es online ersichtlich ist. Dadurch wird den Usern die Möglichkeit gewährt, nochmal schnell die eigenen Daten zu durchsuchen und gegebenenfalls "aufzuräumen”. Aber auch hier hagelt es Kritik von Seiten der Datenschützer, die die Umstellungsfrist als viel zu kurzfristig beanstanden.

Facebook-User ebenfalls besorgt

Aber nicht nur die Datenschutzfraktion wettert gegen die interaktiven Lebensläufe, auch von Seiten der rund 800 Millionen facebook-Nutzer weltweit bemängeln viele die Neuerung. Eine Umfrage des amerikanischen Sicherheitsdienstleisters Sophos unter 4110 Facebook-Nutzern hat ergeben: Rund 80 Prozent will die Timeline  nicht oder hat starke Probleme mit den neuen Funktionen. Viele zeigen sich besorgt über die neuen Darstellungsformen der persönlichen Daten.

In  den vergangenen Wochen konnten die User noch freiwillig über eine Umstellung des eigenen klassischen Profils zur Timeline entscheiden, doch jetzt bleibt ihnen keine Wahl mehr.

Privatsphäre sichern

Wer sein facebook-Profil allerdings bisher nur eingeschränkt sichtbar gemacht hat, braucht auch weiterhin nichts zu befürchten. Allen anderen Usern wird empfohlen, unter KONTO die eigenen Privatsphäre-Einstellungen nochmal zu überprüfen und sicherheitshalber nur Freunden den Einblick in die eigene Chronik zu gewähren. Man sollte sich bewusst machen, dass die Profile jetzt noch transparenter werden und sowohl verantwortungsbewusst, als auch sparsam mit der Preisgabe der eigenen Daten umgehen.

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