Die Faszination des Vogelzugs live erleben

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Foto: Archiv

Hessen. Es ist wieder so weit: Mehr als 50 Millionen Zugvögel verlassen ihre Brutgebiete in Deutschland, um in wärmere Gefilden zu ziehen. Viele Vo

Hessen. Es ist wieder so weit: Mehr als 50 Millionen Zugvögel verlassen ihre Brutgebiete in Deutschland, um in wärmere Gefilden zu ziehen. Viele Vogelarten haben sich bereits versammelt oder sind schon auf den Weg in den Süden. Anlässlich dieses Naturschauspiels findet auch in diesem Jahr wieder das "Wochenende des Vogelzugs" (European Birdwatch) statt. Bereits zum 15. Mal wird in mehr als 30 europäischen Ländern am ersten Oktoberwochenende zu den Ferngläsern gegriffen.

Auch der NABU Hessen bietet wieder zahlreiche spannende Exkursionen zum Vogelzug an. "Die Veranstaltungen am Birdwatch-Wochenende sollen den Teilnehmern die Faszination des fast ganzjährig stattfindenden Vogelzugs näher bringen", fasst Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, das Hauptziel der Aktion zusammen.

Darüber hinaus will der NABU aber auch die Arten und Anzahl der Zugvögel, die über Deutschland ziehen oder hier rasten, bestimmen und dokumentieren. "Wir erfassen durch die Beobachtungen zwar immer nur einen Bruchteil aller Zugvögel", so Eppler, "das reicht aber aus, um aktuelle Trends des Vogelzugs registrieren zu können." Die Daten finden auch Verwendung, um Anzeichen für Veränderungen durch den Klimawandel zu erkennen.

Manchen Zugvögeln wie dem Hausrotschwanz oder dem Rotmilan genügt ein Trip in mediterrane Regionen, andere wie Rauch- und Mehlschwalben und fliegen bis ins südliche Afrika. Die meisten der in langen Ketten vorüber ziehenden Kraniche sind dagegen Durchzügler aus nördlich gelegenen Brutgebieten. "Viele der Durchzügler nutzen bekannte hessische Rastgebiete, um genügend Energie für den Weiterflug in den Süden aufzutanken" erläutert der Biologe Gerhard Eppler. Dazu zählen z.B. die Ederauen bei Rennertehausen in Nordhessen, der Rhäden bei Obersuhl und die Vogelsbergteiche in Osthessen sowie die Auen von Lahn und Ohm und das Bingenheimer Ried in Mittelhessen. Wichtige "Trittsteine" weiter südlich sind die Auen des Mains und der Gersprenz und Feuchtgebiete wie der Reinheimer Teich. Ganz besondere Schwerpunkte des Vogelzugs sind die hessischen Rheinauen vom Mittelrhein bis zu den Naturschutzgebieten Kühkopf-Knoblochsaue und Lampertheimer Altrhein.

Wer schon immer einmal wissen wollte, welche Vogelarten zur Zugzeit zu beobachten sind und wie man ziehende Vögel in einem Schwarm identifizieren kann, hat am Birdwatch-Wochenende Gelegenheit, sich einer der zahlreichen hessischen NABU-Exkursionen anzuschließen und den Vogelzug live mitzuerleben.

Kostenfreie Birdwatch-Veranstaltungen gibt es z.B. in Brombachtal, Lich, Wettenberg, Steinau an der Straße und Wolfhagen. Mehr Informationen zu den einzelnen Vogel-Exkursionen finden sich im Internet unter www.birdwatch.de

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