Fehlings Lolls-Rede im Wortlaut...

Bad Hersfeld. Wir haben die Lolls-Rede des Bürgermeisters im Wortlaut: (HIER FINDEN SIE ALLE FOTOS ZUM LULLUSFEST 2011!!!)Werter Herr Feuermeister, s

Bad Hersfeld. Wir haben die Lolls-Rede des Bürgermeisters im Wortlaut: ( HIER FINDEN SIE ALLE FOTOS ZUM LULLUSFEST 2011!!!)

Werter Herr Feuermeister, sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Kinder, verehrte Gäste aus nah und fern!

Wir feiern dieses Jahr das 1275-jährige Bestehen unserer Heimatstadt Bad Hersfeld. Und seit über 1.150 Jahren gehört das Lullusfest mit seinem Lullusfeuer dazu. Gleich werden wir gemeinsam unser Fier­che entzünden und eine Woche ausgelassen die 5. Jahreszeit von Bad Hersfeld feiern. Zu diesem ganz besonderen Anlass begrüße ich unsere Freunde aus unseren Partnerstädten Šumperk, L'Hay-les-Roses und Bad Salzungen sowie die Besatzung vom Schnellboot Zobel der Bun­desmarine. Ganz besonders willkommen heißen möchte ich die vielen Kinder, die mit leuchtenden Augen hier unten stehen und es gar nicht mehr ab­warten können, bis es endlich losgeht. Meine Damen und Herren, Sie können mir glauben, ich weiß wovon ich da rede.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als Kind meine selbst gesam­melten Kastanien ins Feuer geworfen zu haben. Was kann es für ein echtes Mückenstürmer-Kind Größeres geben? Nun, im Allgemeinen sicherlich eine ganze Menge, aber nicht am Lolls-Montag. Und ich bin überzeugt, so sehen das auch alle großen Kinder hier rund ums Fierche. Doch bevor wir gleich richtig loslegen, gehört es zum guten Alten, dass der Bürgermeister das vergangene Jahr kurz Revue passieren lässt. Denn, es hat sich wieder eine Menge ergeben.

Im letzten Jahr stand Herr Prof. Lothar Seitz als amtierender Bürger­meister an dieser Stelle und 5 Männer scharrten mit den Füßen, um gleich nach der Lolls-Woche mit dem Bürgermeisterwahlkampf zu starten. Mit dem Auslöschen des Lolls-Feuers startete auch prompt das politische Feuerwerk in Bad Hersfeld, dessen Ergebnis wir alle kennen. Ein Jahr danach kann man festhalten: Das Rathaus steht immer noch in der Weinstraße, die Ruine brannte nicht nochmal ab, auf dem Marktplatz steht keine Biogasanlage, die Vitalisklinik wurde nicht geschlossen, es gab kein Hire-and-fire, und es floss auch kein Honig und Wein.

Ich möchte Herrn Prof. Seitz nochmal für seine Zeit als amtierender Bürgermeister herzlich danken. Aber eine Menge hat sich trotzdem getan: Wir durften eine wundervolle Festspielsaison erleben ohne den üblichen Gezänk um die Auslas­tung und die Qualität der Stücke.

Es bestand große Einigkeit, dass vor, auf und hinter der Bühne alles prima lief. 5 große Produktionen plus Stücke in der Schilde-Halle und im Eichhof stellten ein Mega-Programm und eine immense An­strengung dar. Diesen Kraftakt konnten die Beteiligten nur durch hervorragende Teamarbeit bringen. Wir haben einige Neuerungen beim Kartenvertrieb eingeführt, die ebenfalls zum guten Gelingen beitrugen. Seit dieser Saison kann man z. B. über das Eventim-Portal die Tickets buchen. Darauf haben viele gewartet. Und im nächsten Jahr werden sich die Onliner unter uns ihre Tickets zu Hause auf dem PC ausdrucken. Sie sehen, Moderne und Ge­schichte gehen gut miteinander zusammen. Und wir haben dieses Jahr erstmals ein Qualitätsprojekt durchgeführt und damit eine Menge Anregungen aus allen Bereichen der Gesellschaft einge­sammelt. Diese werden wir nun Schritt für Schritt umsetzen.

Wie sagte Prof. Seitz vor einem Jahr:

"Im Hinblick auf das Jahr 2011 werden wir

gemeinsam mit dem Intendanten

gemeinsam mit den Schauspielern

gemeinsam mit der Festspielverwaltung und dem Stadtmarketing

– und gemeinsam mit den Hersfeldern

Es besser machen!"

Und wir haben es gemeinsam besser gemacht.

Vor wenigen Tagen eröffneten wir auf dem Schilde-Park unsere neue Touristenattraktion, das wortreich. Auch wenn es im Laufe des Jahrs 2011 einige Momente gab, wo wir den Atem anhielten und glaubten, es wäre nicht zu schaffen, so konnten wir die Mitmachausstellung pünktlich eröffnen. Mein besonderer Dank gilt hierbei den Mitarbei­tern der Stadtverwaltung, die dieses Projekt als zusätzliche Her­ausforderung zum täglichen Job annahmen und häufig abends und an Wochenenden die so genannte Extra-Meile gingen, um Ihnen, liebe Bürger, dieses neue Ausflugsziel zu ermöglichen.

Aber ich er­laube mir, hier an dieser Stelle auch einmal Danke zu sagen, an die Mitarbeiter der Bau- und Handwerksfirmen, die auf dem Schilde-Gelände aktiv sind. Regelmäßig war man bereit, noch eine Über­stunde zusätzlich zu schuften oder wieder einmal einen Samstag auf der Baustelle zu verbringen. Nun liegt es an den Gästen, die hoffentlich zahlreich kommen, das Ergebnis der Anstrengungen zu genießen und mit Lob oder Tadel zu bewerten.

Eine ganz besondere Freude waren die vielen Veranstaltungen, die uns das Jahr versüßten. Ob bei der Stadtrallye, dem Tourist-in-der-eigenen-Stadt oder dem 1275-Jahr-Festakt oder die zahlreichen, von Vereinen, Verbänden und der Kirche organisierten Ereignisse wie dem inzwischen zur festen Einrichtung gewordenem Behinder­tentag, die 150 Jahr-Feier der Feuerwehr mit vollem Haus und toller Stimmung, zeitgleich mit dem großartigen Kindertag, dem Festival der Reformation, dem Bundespferdefestival, der Oper und und und…alle waren davon getragen, dass viele fleißige Helfer ehren­amtlich mit anpackten und für unser Wohl und unsere Unterhaltung arbeiteten.

Das entspricht meiner Vorstellung einer Bürger-Mitmachstadt, und deshalb sage ich von ganzen Herzen und im Namen aller begeis­terten Be­sucher vielen, vielen Dank an die Organisatoren und Hel­fer. Nach diesem prall gefüllten Kalender in 2011 kann ja wohl nie­mand mehr behaupten, in Bad Hersfeld sei nix los. Es müsste für jeden Ge­schmack und jedes Alter was dabei gewesen sein.

Mit einer Portion Stolz darf ich darauf hinweisen, dass Bad Hersfeld mit dem StudiumPlus nun auch ein wichtiger Hochschulstandort mit den klassischen Ausbildungen wie Betriebswirtschaftslehre und Maschi­nenbau ist. Inzwischen studieren 61 Studenten in Bad Hersfeld. Das haben wir zusammen über alle politischen und gesellschaftlichen Grenzen hinweg erreicht. Dieser Erfolg ist ein schöner Beleg dafür, was man in so kurzer Zeit erreichen kann, wenn alle an einem Strang und in dieselbe Richtung ziehen.

Als ich im März diesen Jahres mit Herrn Wiechers zu unseren Freun­den nach Šumperk fuhr, bastelten wir zusammen mit Bürgermeister Brož an einem Drei-Stufenplan zum Ausbau der Partnerschaft. Als erstes wollten wir eine Schulpartnerschaft etablieren, dann den Austausch von Arbeitskräften in beide Richtung arrangieren und oben drauf ein gemeinsames Forschungsprojekt initiieren. Ich hätte ehrlich gesagt nicht zu glauben gewagt, dass wir heute – knapp ein halbes Jahr später – bereits die Schulpartnerschaft unterzeichnet und den Arbeitskräfteaustausch so weit voran gebracht haben, so dass es in Kürze damit richtig losgehen kann. Und das Forschungs­projekt haben wir ebenfalls bereits vorbesprochen, damit die Arbei­ten für den EU-Förderantrag losgehen können.

Meine lieben Lullusfest-Gäste,

unsere Stadt hat inzwischen wieder über 30.000 Einwohner. Das sehe ich als eine Bestätigung dafür, dass sich die Anstrengungen der letzten Jahre, Bad Hersfeld zu einer prosperierenden Wohlfühlstadt zu entwickeln, bemerkbar machen. Dafür gilt unser aller Dank ganz besonders meinem Amtsvorgänger, Herrn Hartmut Boehmer, von dem ich Sie hier herzlich grüßen darf. Aber wir dürfen jetzt nicht bequem und nachlässig werden, sondern müssen weiter konzent­riert und zielgerichtet die laufenden Projekte voranbringen und neue Pluspunkte für den Standort Bad Hersfeld entwickeln. Dabei sehe ich das Thema Klimaschutz als einen zentralen Baustein.

In den letzten 2 Jahren hat unser Klimaschutzbeauftragte eine Menge guter Ideen entwickelt und mit Partnern umgesetzt. In Kürze werden wir in Berlin einen Preis in Empfang nehmen. Für das Jahr 2012 habe ich den kommunalen Klimaschutz mit den Unterthemen Akti­ves und Passives Energiemanagement als Top-Thema der Verwal­tung aus­gerufen. Mit neuen Ideen und Technologien wollen wir den Energie­verbrauch innerhalb der Verwaltungsgebäude deutlich sen­ken und zugleich den Einbruchsschutz erhöhen. Dazu sind intensive An­strengungen und auch einige Investitionen erforderlich. Wir sehen aber auch gute Chancen, mit dem Thema wirtschaftliche Impulse für die örtlichen Unternehmer und Handwerker zu setzen. Begleitet werden diese Maßnahmen durch Informations- und Bildungsinitiati­ven in unseren Kindergärten, den Schulen und vielen Vereinen.

Unter anderem planen wir, eine eigene Abteilung zum Thema Energie­effizienz und Klimaschutz in der Konrad-Duden-Stadtbibliothek ein­zurichten. Wir wollen, dass schon die Kleinsten an das Thema her­angeführt werden und ihren Eltern zu Hause auf die Finger schauen. So wie wir es in einer Fernsehwerbung vorgeführt bekommen ha­ben.

Bevor wir nun gleich zum großen Anzünden kommen, möchte ich den vielen Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr, des DRK , des THW, der Johanniter und der Polizei danken. Sie sorgen für unsere Sicherheit. Und ich sage Dank an alle anderen, die zum guten Ge­lingen des Lullusfestes 2011 beitragen.

Und nun, Herr Feuermeister, hören Sie:

Bürgermeister:

Wir zünden an uralten Brand,

Was soll er künden dem deutschen Land?

Feuermeister:

Am guten Alten woll'n fest wir halten!

Bürgermeister:

Und warum hüten in treuer Hut

Wir Tag und Nacht des Feuers Glut?

Feuermeister:

Wie die Väter in Ehren

Woll'n wir uns bewähren!

Bürgermeister:

Das Feuer brennt mit hellem Schein,

Was soll der Bürger Losung sein?

Feuermeister:

Hersfeld, die Stadt, sie trägt im Schild,

Ein Kreuz und einen Löwen wild.

In Kreuz und Leid hab' Löwenmut

Und trau auf Gott, es wird wohl gut!

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