Filmvorführung „Der große Raub“

Im Begleitprogramm der Ausstellung "Legalisierter Raub" lädt der Zweigverein Frankenberg für hessische Geschichte und Landeskunde am Freit

Im Begleitprogramm der Ausstellung "Legalisierter Raub" lädt der Zweigverein Frankenberg für hessische Geschichte und Landeskunde am Freitag, 21. Januar 2011, um 18 Uhr zur Filmvorführung "Der große Raub" mit anschließender Diskussion mit den Autoren Henning Burk und Dietrich Wagner ein.Im Hessischen Staatsarchiv in Wiesbaden werden die Akten der Finanzverwaltung aus der Zeit des Nationalsozialismus aufbewahrt: Sie dokumentieren die Umsetzung jener Gesetze und Verordnungen, die nach 1933 die Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung legalisierten. Penibel führen sie Buch über die Zahlung der Reichsfluchtsteuer, die zahlen musste, wer ab 1933 aus Deutschland flüchtete; über die Erhebung der Judenvermögensabgabe, über das Hab und Gut derer, die ab 1941 in die Lager deportiert wurden. Sie enthalten auch die Namen der Opfer. Die Filmautoren Henning Burk und Dietrich Wagner haben Überlebende gesucht: Sie sprachen mit Charlotte Guthmann-Opfermann, die mit ihrer Familie aus Wiesbaden ins Lager Theresienstadt deportiert wurde, zuvor aber für die Unterbringung im "Reichsaltersheim" das monatliche "Pflegegeld" auf Jahre im Voraus hatte bezahlen müssen. Robert Goldmann, Sohn einer angesehenen Arztfamilie, die vor der antisemitischen Verfolgung von der Bergstraße nach Frankfurt geflüchtet war, erzählt, wie bei der Auswanderung in die Vereinigten Staaten vom einstigen Vermögen der Familie noch zehn Reichsmark geblieben waren. Wolfgang Lauinger, Sohn des Journalisten Arthur Lauinger, berichtet, wie seinem Vater die kostbare Bibliothek gestohlen wurde und er gezwungen war, das Familiensilber weit unter Wert zu verkaufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.