Filmvorführung „Transit Berlin“

Bad Arolsen. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages laden der Internationale Suchdienst (ITS) und das BAC-Theater Bad Arolsen zur Filmvorführung mit a

Bad Arolsen. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages laden der Internationale Suchdienst (ITS) und das BAC-Theater Bad Arolsen zur Filmvorführung mit anschließender Diskussion mit dem Filmemacher Gabriel Heim ein. Mit dem Dokumentarfilm "Transit Berlin" erzählt Heim die Geschichte der drei Lager für jüdische Displaced Persons (DPs/Heimatlose) im Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit - in Wittenau, Mariendorf-Tempelhof und Schlachtensee-Zehlendorf (Düppel Center/Bild). Anhand von historischem Film- und Fotomaterial sowie Zeitzeugengesprächen zeichnet Heim das Leben nach dem Überleben nach. Nach der Vorführung stellen sich Heim und ITS-Historikerin Dr. Susanne Urban den Fragen der Zuschauer."Transit Berlin" ist am Donnerstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr im BAC-Theater zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Das zerstörte Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit war ein bedeutender Flucht- und Sammelort der überlebenden Juden aus Osteuropa. In den Transitlagern entwickelte sich in kurzer Zeit ein eigenständiges jüdisches Leben mit Schulen, Theatergruppen, Sportvereinen, Zeitungen und zionistischen Gruppierungen. Es wurde geheiratet und Kinder kamen auf die Welt. "Ich selbst war überrascht, dass in diesen Lagern eine so positive Hinwendung zum Leben bei der Mehrheit der Menschen geherrscht hat", sagte Filmautor Heim. "Nach für uns undenkbaren Verlusten von Heimat, Familie und Besitz haben die Menschen hier den Lebensmut in der Gemeinschaft wiedergefunden."Für die Überlebenden war es aber auch ein Leben im Wartesaal. Es hieß Warten auf die Möglichkeit einer Auswanderung, Warten auf die Gründung des jüdischen Staates Israel. Mehrheitlich fanden die DPs eine neue Heimat in Israel sowie den USA, Australien oder Kanada, nur einige wenige ließen sich dauerhaft in Berlin nieder. Die Geschichte der drei Camps endete 1948 mit der Berlin-Blockade. Die noch verbliebenen DPs wurden nach Frankfurt/Main ausgeflogen.Filmemacher Heim lässt diese Vergangenheit in seinem Dokumentarfilm "Transit Berlin" wieder aufleben. Zusammen mit dem Berliner Ron Golz hat er zahlreiche Gespräche geführt, alte Zeitungen gewälzt, Archive wie den Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen aufgesucht, Nachlässe im Jüdischen Museum Berlin gesichtet, private Fotoalben und historische Dokumentarfilme studiert.Gabriel Heim wurde 1950 in Zürich geboren. Nach dem Studium der Geschichte und Publizistik produzierte er für verschiedene Fernsehsender Dokumentarfilme und TV-Features. Seit 1992 arbeitete er für die ARD, unter anderem als Programmchef des WDR-Fernsehens und als Programmdirektor des RBB. Mit der Gründung seiner neuen Produktionsfirma factualfilms im Jahr 2009 hat sich Heim auf die Produktion von Dokumentarfilmen spezialisiert.

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