Gefahr auf der Landstraße

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Foto: red.

Waldeck-Frankenberg.  Im Rahmen der hessenweiten Verkehrssicherheitsarbeit steht in diesem Jahr die Sicherheit auf den hessischen Landstraßen im Fok

Waldeck-Frankenberg.  Im Rahmen der hessenweiten Verkehrssicherheitsarbeit steht in diesem Jahr die Sicherheit auf den hessischen Landstraßen im Fokus der Polizei. Wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen, dass Landstraßen deutlich höhere Unfallgefahren bergen als jeder andere Verkehrsraum. Entsprechend dieser Erhebungen liegen die Risiken, bei einem Unfall auf der Landstraße tödlich zu verunglücken, fast dreimal so hoch als auf anderen Straßen.

In der Woche vom 5. bis einschließlich 11. November 2012 wird es im Kreis Kassel, aber auch in den nordhessischen Landkreisen Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg überwiegend zu Geschwindigkeitskontrollen auf den vom Wildwechsel häufig betroffenen Strecken, zur Minimierung der Wildunfälle kommen.

Mit Wildwechsel muss der Verkehrsteilnehmer gerade im ländlichen Verkehrsraum eigentlich immer rechnen. Insbesondere aber zur Brunftzeit im Frühjahr und wie jetzt im Herbst, wenn die Tage wieder kürzer werden, ist eine leichte Häufung festzustellen.

Wildunfälle sind ein echtes Gefahrenpotenzial für alle Verkehrsteilnehmer. Wildtiere können die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen nicht einschätzen, insbesondere wenn Sie von Schweinwerfern geblendet werden. Natürlich kennen die Tiere auch keine Verkehrsregeln und betreten bzw queren ohne Vorwarnung zu jeder Tages- und Nachtzeit gefährliche Straßenabschnitte. Daher können Verkehrsteilnehmer nur auf die Gefahren des Wildwechsels aufmerksam gemacht und ihnen Tipps zum richtigen Verhalten mit auf den Weg gegeben werden.

Ziel der Aktionen in dieser Woche soll sein, den Verkehrsteilnehmer vor den Wildwechselgefahren zu warnen und der häufigsten Unfallursache, nämlich überhöhte Geschwindigkeit auf Landstraßen, mit Tempomessungen entgegen zu wirken. Gleichwohl werden den Kraftfahrern an den Kontrollorten Tipps zur Reduzierung des Wildunfall-Risikos mit an die Hand gegeben.

Hier einige Tipps:

- Fuß vom Gas im Wald und an unübersichtlichen Wald - und Feldrändern

- Erhöhte Vorsicht auf neuen, durch den Wald führenden Straßen

- Abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen, wenn Wild an oder auf der Straße steht

- Mit Nachzüglern rechnen: Da Wildtiere oft gesellig leben, könnten nach dem ersten Tier auch weitere folgen. Deshalb langsam weiterfahren, auch wenn zunächst kein Wild mehr zu sehen ist.

- Sollte eine Kollision mit dem Tier unvermeidbar sein gilt die Regel: "Besser kontrollierter Aufprall als unkontrolliertes Ausweichen". Wildunfälle lassen sich nicht immer verhindern. Im Ernstfall Lenkrad festhalten, geradeaus fahren und dabei bremsen. Riskante Ausweichmanöver gefährden den Gegenverkehr oder enden schnell am Baum.

Sollte es doch zu einem Wildunfall gekommen sein, empfiehlt die Polizei:

- kontrolliert anhalten

- Warnblinkanlage einschalten

- Warnweste anlegen

- Unfallstelle mit Warndreieck sichern

- Verletzten helfen

- bei geringfügigem Schaden Fahrzeug beiseite fahren und Unfallstelle markieren, z.B. mit Heftpflaster am Straßenbegrenzungspfosten

- unverzüglich die Polizei benachrichtigen, selbst wenn am Fahrzeug keine Schäden entstanden sind, damit verletztes Wild aufgespürt werden kann

- bis zum Eintreffen der Polizei am Unfallort bleiben

- für eine schnelle Schadensabwicklung mit der Versicherung (Teilkasko) den Wildunfall durch eine Unfallmeldung bestätigen lassen

In diesem Zusammenhang sollte auch allen Verkehrsteilnehmern, die ein beim Unfall zu Tode gekommenes Tier mitnehmen, klar sein, sich ggfls. wegen Jagdwilderei verantworten zu müssen.

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