„Globalisierte Heimat”

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Sachsenberg. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Jubiläum "750 Jahre Stadtrechte” in Sachsenberg liest am Freitag, 20. April, der Autor und

Sachsenberg. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Jubiläum "750 Jahre Stadtrechte” in Sachsenberg liest am Freitag, 20. April, der Autor und Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Klaus Brill, aus seinem Buch "Deutsche Eiche - Made in China". Die Veranstaltung des Kulturkreises Sachsenberg beginnt um 19 Uhr im Kulturkreishaus in der Kirchstraße unterhalb der evangelischen Kirche. Der Eintritt ist frei.

Brill befasst sich in dem Buch mit der Globalisierung am Beispiel eines deutschen Dorfes. Er macht lebensnah, konkret und verständlich am Beispiel seines Heimatdorfes Alsweiler deutlich, welche Folgen die Globalisierung auch für die Menschen des ländlichen Raumes hat.

Wie Frank Richter vom Kulturkreis mitteilt, ähneln sich die Strukturen kleiner Orte wie Sachsenberg und Alsweiler sehr und somit gibt es viele Parallelen zwischen den Problemen in beiden Orten. Auch in Alsweiler gibt es einen Mangel an Einkaufsmöglichkeiten und Infrastruktur, verfallen die Häuser im Ortskern und fehlt den Vereinen der Nachwuchs.

Konzentrationsprozesse bewirken die Schließung von alteingesessenen Geschäften, Post- und Bankfilialen und Schulen, nur der Autoverkehr wächst noch immer – notgedrungen. Als Folge der Globalisierung haben die Bewohner Zugang zu Konsumgütern, Nachrichten und Unterhaltungsprogrammen aus der ganzen Welt, so dass regionale Eigenheiten und Bräuche zunehmend zugunsten einer sich formenden Weltgesellschaft verloren gehen.

Gleichzeitig bietet das Dorf mit seinen gewachsenen Gemeinschaften, dem aktiven Miteinander und seiner sozialen Integration eine zivilisatorische Stärke, von der aus Sicht des Autors unsere gesamte Gesellschaft profitieren kann: sie verbindet Jung und Alt, schafft Identität und schöpft aus dem historisch Gewachsenen Kraft für die Herausforderungen der Gegenwart sowie der Zukunft.

Das Engagement der Bürger setzt hier auf kleinster, auf lokaler Ebene an. Ein Miteinander, das auf Selbstverantwortung gründet und gemeinsam erbaut, was wir Lebensqualität nennen: eine lebendige Mitte als inspirierender Quell, eine kreative Gemeinschaft an der Schnittstelle von Mensch und Natur. Stirbt das Dorf und damit ein Lebensstil? Wie lassen sich Modernität und Traditionsbewusstsein vereinen, was wirkt den Schrecknissen der Globalisierung entgegen? Klaus Brill hat für sieben Jahre den Umbruch protokolliert. Er wählte seinen Heimatort mit Menschen, die und deren Geschichte er kannte, mit denen er im Gasthaus saß oder am Abendbrottisch. Er zieht ein Fazit, das nachdenklich macht.

Klaus Brill ist als Auslandskorrespondent der Süddeutschen Zeitung derzeit Berichterstatter für Mittel- und Südeuropa mit Sitz in Prag. Zuvor war er auch in Italien und den Vereinigten Staaten tätig. Außerdem leitete er für vier Jahre die Reportageredaktion der Süddeutschen Zeitung in der Zentralredaktion in München. Klaus Brill ist mit der Journalistin Christiane Kohl aus Ellershausen verheiratet und daher auch mit den Gegebenheiten des Landkreises Waldeck-Frankenberg vertraut.

"Der Kulturkreis hofft auf viele Zuhörer und im Anschluss auf eine angeregte Unterhaltung mit dem Autor, der sich durch seine vielfältigen internationalen Erfahrungen einen Weitblick erworben hat, von dem wir uns Anregungen für die Zukunft unserer Gemeinden erhoffen."

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