Hersfeldpreise für Helen und Hamlet

Bad Hersfeld. Der große Hersfeld-Preis 2011 geht an Helen Schneider für ihre berührende, unpathetische und glaubwürdige Darstellung der Norma Desm

Bad Hersfeld.Der große Hersfeld-Preis 2011 geht an Helen Schneider für ihre berührende, unpathetische und glaubwürdige Darstellung der Norma Desmond. Ihr Spiel und ihr Gesang werten Rolle und Stück auf und heben das Musical in die Dimension einer Tragikomödie. Selbst in der Traumwelt der vergessenen Göttin gibt sie den Blick frei für die Menschlichkeit, Verzweiflung und Gebrochenheit der alternden Diva. Mit faszinierender Bühnenpräsenz trifft Helen Schneider präzise die Balance zwischen Authentizität und kluger Distanz zur Figur.

Helen Schneider erhält diesen Preis damit zum zweiten Mal (1999/EVITA). Mit dem Großen Hersfeld-Preis werden Darstellerinnen und Darsteller ausgezeichnet, die die weiträumige Bad Hersfelder Festspielstätte in Spiel und Sprache beherrschen und die sich in ihr als rollenausschöpfende Schauspieler-Persönlichkeiten erweisen.

Im letzten Jahr hat Horst Sachtleben den Preis bekommen; der erste Preisträger war im Jahr 1962 Hans Caninenberg. In den Jahren 1972 und 1997 wurde Volker Lechtenbrink ausgezeichnet. Er wird 2012 in Bad Hersfeld den KÖNIG LEAR spielen.

Der Hersfeld-Preis 2011 geht an Bastian Semm für seine herausragende Darstellung des Dänenprinzen in einer erfrischend unkonventionellen Shakespeare-Inszenierung. Sein Hamlet ist der Bezugspunkt für ein dynamisch spielendes Ensemble. Er füllt die Titelrolle mit enormer Physis und psychologischer Durchdringung aus. Bastian Semm beherrscht den weiten Raum der Stiftruine. Sein Hamlet zeigt ein Wechselbad der Gefühle, von tiefer Ratlosigkeit, ist gleichzeitig manisch depressiv und von unverfrorener Jugendlichkeit. Semm beeindruckt mit souveränem Handwerk und großen technischen und schauspielerischen Fähigkeiten.

Der Hersfeld-Preis wird an Darstellerinnen und Darsteller vergeben, die sich durch ihre Leistung profiliert haben, wobei die Auszeichnung insbesondere den Nachwuchs-Schauspielern zuerkannt werden soll. Im letzten Jahr bekam Kristin Hölk diesen Preis. Sie ist in diesem Jahr in DAS DSCHUNGELBUCH als Schlange Kaa zu sehen und wird ab 16. Juli auf der Bühne im Hof des Schlosses Eichhof in dem Programm I HATE MUSIC BUT I LOVE TO SING auftreten und singen. Der Hersfeld Preis wurde 1969 zum ersten Mal vergeben: Albert Hormann bekam ihn. Im Laufe der Jahre kamen Namen wie Cornelia Froboess, Uwe Friedrichsen, Dietlinde Turban, Jutta Speidel, Marie-Therese Futterknecht oder Maaike Schuurmans dazu.

Die Preise werden von der Stadt Bad Hersfeld und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine alljährlich vergeben. Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe der Preise. Die Jury hat in diesem Jahr Hermann Diel zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Er ist Hörfunkjournalist für den Hessischen Rundfunk in Fulda. Mit ihm entschieden Bettina Fraschke, Thomas Schmitz-Albohn, Christoph A. Brandner und Leopold Schuwerack.

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