Hessisches Landeskriminalamt: So schützen Sie sich vor lästigen E-Mails

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"Wollen Sie in 17 Minuten 374 Euro verdienen?", "Wichtig! Dringende Mahnung!" - Fast jeder kennt sie: E-Mails, in denen mit einem

"Wollen Sie in 17 Minuten 374 Euro verdienen?", "Wichtig! Dringende Mahnung!" - Fast jeder kennt sie: E-Mails, in denen mit einem lukrativen Job geworben wird oder vermeintlich nicht bezahlte Rechnungen von Inkassobüros oder angeblichen Rechtsanwälten angemahnt werden. Es gibt kaum einen Internetnutzer, der solche Massen-E-Mails nicht erhält, viele fühlen sich dadurch belästigt. Aber haben solche E-Mails immer einen kriminellen Hintergrund?

Gaby Goebel-Andreas ist im Hessischen Landeskriminalamt zuständig für Prävention im Internet und erklärt: "Zunächst einmal ist diese Art der elektronischen Post natürlich lästig. Häufig steckt tatsächlich auch ein krimineller Hintergrund in diesen E-Mails. Bietet man Ihnen beispielsweise einen lukrativen Nebenjob an, bei dem Sie mit nur wenigen Stunden Arbeit in der Woche mehrere tausend Euro verdienen sollen, versucht man Sie hier sehr wahrscheinlich als Finanzagent anzuwerben. In der Folge würde man Ihnen hohe Geldsummen auf Ihr Konto überweisen, Sie müssten dann dieses Geld abheben und via Bargeldtransfer ins Ausland überweisen. Damit würden Sie sich der leichtfertigen Geldwäsche strafbar machen, denn dahinter stecken Kriminelle, die mit dieser Masche Geld waschen wollen. Die versprochene hohe Provision für Ihre Tätigkeit erhalten Sie dann zu guter Letzt auch nicht."

Bei den zahlreichen Mahnungen, die derzeit im Umlauf sind und vermeintlich von Rechtsanwälten versendet werden, arbeiten kriminelle Täter mit dem Schreckmoment auf der Empfängerseite. Man erhält eine E-Mail, in der mitgeteilt wird, dass beispielsweise eine Rechnung über 589 Euro nicht bezahlt wurde. Weitere Informationen sollen dem Anhang an der E-Mail entnommen werden. Im Anhang der E-Mail hängt allerdings keine erklärende Information, sondern eine Schadsoftware, mit der der Computer infiziert werden soll.

"Löschen Sie solche E-Mails und öffnen Sie auf keinen Fall Anhänge, wenn Sie den Absender der Mail nicht kennen. Seriöse Zahlungserinnerungen erhalten Sie in der Regel nicht per E-Mail", so das Landeskriminalamt. Um sich grundsätzlich vor den Folgen solcher E-Mails zu schützen ist ein aktuelles Virenschutzprogramm notwendig. Einige Programme blockieren dann schon die Schadsoftware im Anhang.

Auch sollte man nie irgendwelchen Links folgen, die in diesen E-Mails häufig auf andere Seiten locken wollen. Auf diesen Seiten können Sie sich dann ebenfalls mit einer Schadsoftware infizieren, oder man wird Sie bitten, auf diesen Seiten weitere persönliche Daten einzugeben, z.B. Ihre Konto- oder Kreditkartendaten. Das sollten Sie in keinem Fall tun. Bitte antworten Sie auch nicht auf solche E-Mails. Das tun leider sehr viele Leute, da Sie sich von solchen E-Mails belästigt fühlen. Sie erreichen damit allerdings nicht, dass jemand Ihre Antwort liest und den Versand danach einstellt. Diese E-Mails werden von automatischen Systemen versendet und diese Systeme registrieren im Fall einer Rückmeldung durch Sie lediglich, dass Ihre Mailadresse aktiv ist. In der Folge erhalten Sie noch mehr solcher E-Mails. Wie kommen denn die Täter überhaupt an meine Adresse? E-Mailadressen werden beispielsweise im Internet eingesammelt und landen dann in Verteilerlisten. Wenn Sie z. B. eine eigene Homepage haben und auf dieser Ihre E-Mailadresse dort als Kontaktmöglichkeit angeben, können Sie ziemlich sicher sein, dass Sie viele sogenannte SPAM-Mails bekommen. Wir raten hier, die eigene Mailadresse als Bild auf der Homepage einzubetten, dann wird sie nicht von den Adresssammlern eingesammelt. Auch wenn Sie Ihre E-Mailadresse bei Gewinnspielen im Internet angeben oder in Formulare im Internet eingeben, landet sie dann schnell in solchen Verteilerlisten. Vielen Betroffenen hilft es dabei schon zu wissen, dass Sie nicht wirklich persönlich als Empfänger solcher unseriösen E-Mails ausgesucht wurden, sondern dass es sich dabei wirklich um Massenmails handelt, die tausendfach versendet werden.

Warum kann man diesen Tätern nicht das Handwerk legen?

Die Polizei ermittelt in diesen Fällen natürlich auch. Diese E-Mails werden ja sehr häufig über kriminelle Bot-Netze versendet. Das bedeutet, die Täter nutzen ein Netzwerk infizierter Computer, die sie für ihre Zwecke nutzen und über die eben auch solche Massenmails versendet werden können. Man muss allerdings auch wissen, dass viele dieser Netzwerke im Ausland stehen und diese lästigen E-Mails aus dem Ausland versendet werden. Da sind Ermittlungen schon mitunter schwierig und langwierig. "Wenn Sie Opfer einer infizierten E-Mail geworden sind und Ihr Computer nun nicht mehr richtig funktioniert, sollten Sie selbstverständlich Anzeige bei der Polizei erstatten."

Noch wichtiger ist allerdings, dass Internetnutzer sich selbst schützen und gar nicht erst Opfer werden. Viele Maildienste bieten bereits systemseitig einen SPAM-Schutz an. Zusätzlich können Sie in Ihrem Mailpostfach noch einen SPAM-Filter einrichten. Die lästigen Mails werden dann vom System gleich in einen SPAM-Ordner verschoben.

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