Hilfe holen ist kein Verrat

Korbach. Für den "Captain@Sorglos" ist das Internet ein riesiger Spielplatz der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Captain, Kunstfigur und In

Korbach. Für den "Captain@Sorglos" ist das Internet ein riesiger Spielplatz der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Captain, Kunstfigur und Internetlobbyist, bewertet den Cyberspace als "sicher – total  ungefährlich". Dabei müsste er es besser wissen, denn die Datenautobahnen sind sein Zuhause.Es geht ihm jedoch wie vielen "Usern": Im Netz verliert er den Überblick.Nach dem Motto: "Alles schön bunt hier, ich kann mich gar nicht entscheiden", surft Captain@Sorglos durch die Daten, ohne sich um so banale Dinge wie Navigation und Orientierung Gedanken zu machen. Mehr noch: Er versucht dem Theaterpublikum zu beweisen, dass das Internet total ungefährlich oder so gefährlich wie "Bananen schälen" ist. Ob ihm der Beweis gelingt?

Massive Konfrontationen mit harter Pornografie

Das Theaterstück "click it!2" von "Zartbitter Köln e.V." thematisierte Gewalt unter Jugendlichen im Internet – in Chatrooms, sozialen Netzwerken wie "SchülerVZ", "Facebook" und Messengerprogrammen wie "MSN" und "icq".Damit berücksichtigt die Inszenierung die Tatsache, dass in der Statistik des Bundeskriminalamtes ein Drittel aller Tatverdächtigen bei Sexualdelikten Jugendliche unter 18 Jahren sind.Im Internet dürfte der Anteil junger Täter noch höher liegen.Die Story greift die Erfahrungen vieler Jugendlicher auf, die gemeinsam mit Zartbitter Köln in mehr als 20 Workshops die Produktion vorbereiteten und zum Teil über massive Konfrontationen mit harter Pornografie, sexueller Anmache, Horror- und Ekelvideos und vor allem mit Cybermobbing berichteten.Ebenso flossen die Erfahrungen der Beratungsstelle Zartbitter ein.Das Stück, gezeigt im Korbacher Jugendhaus, vermittelte ohne pädagogischen Zeigefinger, die nicht nur im Netz überlebenswichtige Botschaft "Hilfe holen ist kein Verrat!"

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