Historischer Ursprung

Lolls-Rede des Bürgermeister handelte von Freiheit Bad Hersfeld. In seiner Lolls-Rede verwies der Bürgermeister Hartmut H. Boehmer auf die Lollsfrei

Lolls-Rede des Bürgermeister handelte von Freiheit

Bad Hersfeld. In seiner Lolls-Rede verwies der Bürgermeister Hartmut H. Boehmer auf die Lollsfreiheit, die dieser Tage in der Kreisstadt herrscht. Zur Eröffnung von Deutschlands ältestem Volksfest zeigte sich Boehmer gegen die Erwartung der meisten Anwesenden als nachdenklich.

Freiheit im Geschichte

Er spreche nicht von der Freiheit, Bier zu trinken bis zum Umfallen. Auch nicht von der Lollsfreiheit zum Besaufen, wie sie des öfteren verstanden werde. Nein, er spreche von der Lollsfreiheit, die einen geschichtlichen Ursprung habe. "Im kirchlichen Brauchtum des Mittelalters war die Lollsfreiheit die Befreiung von Sünden durch Teilnahme an der Wallfahrt zum alljährlichen Todestag unseres Stadtgründers Abt Lullus am 16. Oktober 786", sprach Boehmer am Montag in das Mikrofon auf der Bühne vor dem Lullusfeuer.

Die Lollsfreiheit sei aber auch die Freiheit von Steuern und Abgaben gewesen. Um die vielen Pilgern zu beköstigen, holten sich damals die Äbte Hilfe von den Händlern. Als Gegenleistung versprachen sie, keine Steuern zu verlangen. "Hersfeld war eine Steueroase, we­nigstens für drei Tage im Jahr, solange damals das Feuer brannte", sagte der Bürgermeister.

Doch die Sitten und Bräuche haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Die ursprüngliche Tradition der Lollsfreiheit gelte schon lange nicht mehr. Der Begriff Freiheit kleide sich in das Gewand der Forderung nach Liberalisierung. "Freiheit ist das schönste Ge­schenk, das uns gegeben ist. Sie muss Ziel unse­res Lebens sein".

Doch die Herausforderung bestünde darin mit der Fülle der Freiheit umzugehen. Freiheit, auch Meinungsfreiheit sei nicht die Grenzenlosigkeit und Beliebig­keit, alles tun und lassen zu können, was einem gefällt. "Freiheit bedeutet immer auch Achtung vor dem Individuum".

So geht’s nicht

Eine Form von Freiheit, wie sie sich Bürgermeister Boehmer nicht wünscht, seien Unwahrheiten über seine Person in Umlauf zu bringen. "Manchmal scheint es Methode zu sein, den Bürgermeister an­zugreifen in der Hoffnung, er werde schon irgendwann entnervt das Handtuch werfen. Eine solche Rechnung geht nicht auf".

Seine Rede schloss Boehmer mit einem Zitat von Bad Hersfelds Ehrenbürger Wilhelm Neuhaus ab: "Es ging aufwärts, es ging abwärts, abwärts manchmal so tief, dass es zum Erschrecken und Verzweifeln war. Aber immer wieder half ein Doppeltes den Bürgern aus ihrem Elend heraus. Ein Doppeltes, auf das auch unser Stadtwappen hinweisen will, wenn es auf sei­nem Schild einen wilden Löwen, als Verkörperung unverzagten Mutes, mit einem Kreuz, als dem Sinnbild göttlicher Hilfe, vereinigt".

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