Hüftgelenke wechseln - Neues Register soll Qualität verbessern

Hessen. Immer mehr Menschen in Hessen leben mit künstlichen Hüften oder Knien. Im vergangenen Jahr erhielten über 22.000 GKV-Versicherte im Bundesl

Hessen. Immer mehr Menschen in Hessen leben mit künstlichen Hüften oder Knien. Im vergangenen Jahr erhielten über 22.000 GKV-Versicherte im Bundesland eine orthopädische Hüftgelenksprothese oder ein künstliches Kniegelenk.

Die Zahl der Implantationen ist in den letzten fünf Jahren um 5,4 Prozent angestiegen, so die Techniker Krankenkasse, die sich auf Daten der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen bezieht.

Das Einsetzen von künstlichen Hüft- und Kniegelenken gehört zu den häufigsten und erfolgreichsten Operationen in Deutschland. Von der überwiegenden Mehrheit der Eingriffe sind Menschen zwischen 60 und 79 Jahren betroffen (2011: 69 Prozent).

"Für viele Patienten bedeutet ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk, dass sie wieder schmerzfrei, beweglich und mobil sind", sagt Dr. Peter Hilden, Arzt aus dem Ärztezentrum der Krankenkasse.

"Der Blick sollte noch stärker auf die medizinische Notwendigkeit der Eingriffe und auch auf die Qualität des eingesetzten Materials gerichtet werden."

Denn viele Patienten, denen ein künstliches Gelenk eingesetzt worden ist, müssen sich einer Wechseloperation unterziehen. In Hessen musste in den vergangenen Jahren etwa jedes 7. Hüftgelenk und jedes 14. Kniegelenk ausgewechselt werden.

Mit der Gründung des Deutschen Endoprothesenregisters soll die Funktionstüchtigkeit der Kunstgelenke im Körper überprüfbar werden. Momentan befindet sich das Register momentan noch in der Testphase, es soll zum Jahresbeginn 2013 einsatzfähig sein.

Zentrales Ziel des neuen Registers ist eine verbesserte Versorgungsqualität und es soll die Ursachen für einen eventuellen Misserfolg bei einem Endoprothesen-Eingriff leichter als bisher aufschlüsseln. "Künftig wird erkennbar sein, wie gut neue Techniken und Implantate tatsächlich funktionieren und ob für einen Austausch die verwendeten Implantate oder das operative Vorgehen oder auch individuelle Merkmale des Patienten verantwortlich sind", sagt Dr. Hilden.

Das Endoprothesenregisters, erfasst alleine in seiner Produktdatenbank zwischenzeitlich rund 30.000 Einzelteile.

Beispiele aus anderen europäischen Ländern, die bereits ein solches Register eingerichtet haben, hätte laut Krankenkasse gezeigt, dass Korrektur-Eingriffe nach dem ersten Einsatz eines künstlichen Gelenks deutlich gesenkt werden konnten.

Erste Ergebnisse, insbesondere was die sogenannten Frühkomplikationen betrifft, kann das Endoprothesenregister in Deutschland voraussichtlich Ende 2013 auswerten.

Die Techniker Krankenkasse hat gemeinsam mit den Ersatzkassen und dem AOK-Bundesverband einer Teilnahme am Endoprothesenregister zugestimmt.

Patienten, die ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk bekommen, können beim Endoprothesenregister freiwillig mitmachen. Sie müssen dafür lediglich in der Klinik eine Einverständniserklärung unterschreiben. Der Datenschutz sei dabei gewährleistet, da innerhalb des Endoprothesenregisters ausschließlich verschlüsselte Datensätze verwendet werden. Gegebenenfalls ist es jedoch möglich, die Daten wieder zu entschlüsseln und einzelne Patienten über einen eventuell notwendigen Wechsel zu informieren.

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