,Idiotentest’ kann bis 2.500 Euro kosten

Manfred M. ist Berufskraftfahrer und hat "einen über den Durst" getrunken. Als er seinen Sattelzug auf den Hof fahren möchte, wird er zur

Manfred M. ist Berufskraftfahrer und hat "einen über den Durst" getrunken. Als er seinen Sattelzug auf den Hof fahren möchte, wird er zur allgemeinen Verkehrskontrolle angehalten. Als Blutalkoholwert ermittelt die Polizei 1,8 Promille. Der Fall ist zwar erfunden, aber dennoch realistisch und bedeutet: Ab 1,6 Promille werden Verkehrssünder zur Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung (MPU) oder, umgangssprachlich zum "Idiotentest", herangezogen.Wer als Alkoholsünder, gerade als Berufskraftfahrer, seine Fahrerlaubnis retten möchte, muss der Führerscheinstelle ein MPU-Gutachten vorlegen. Die Prüfungen nehmen amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) ab, das können u. a. der TÜV oder die DEKRA sein. Prinzipiell kann sich der Verkehrssünder bundesweit an jede akkreditierte Stelle wenden. Eine Liste von Begutachtungsstellen findet man unter www.bast.de.

100.000 mussten zur MPU

Bei der gutachterlichen Prüfung geht es oft um die berufliche Existenz. Wer daher die MPU auf die leichte Schulter nimmt, begeht nach dem Verkehrsdelikt einen zweiten Fehler. Man sollte nicht mit der Einstellung hingehen, "ich bestehe das schon", denn dann ist die Gefahr, dass man durchfällt, besonders groß.Glaubt man Verkehrspsychologen, kann eine individuelle Verkehrstherapie die Erfolgsaussicht bei der Prüfung auf 90 Prozent erhöhen. Alternativ können sich Verkehrssünder auch zunächst schlicht beraten lassen, wie sie mit der Situation umzugehen haben. Listen mit Beratern befinden sich auf der Website des Berufsverbandes Deutscher  Psychologen unter der www.bdp-verkehr.de sowie der des Bundesverbandes der Verkehrspsychologen unter www.bnv.de. Verschiedentlich werden auch kostenlose Info-Veranstaltungen von den akkreditierten Beratungsstellen angeboten.Mehr als 100.000 Verkehrsteilnehmer mussten im vergangenen Jahr zur MPU. In 56 Prozent der Fälle war Trunkenheit am Steuer der Anlass. Zur Untersuchung muss auch, wer in der Verkehrssünderdatei 18 Punkte angehäuft hat. Anders als noch vor einigen Jahren, als mehr als die Hälfte der Prüflinge die Prüfung nicht bestanden, liegt die Durchfallquote mittlerweile bei einem Drittel laut Fachleuten ein Verdienst guter Verkehrstherapien.Die MPU als solche dauert drei bis vier Stunden und besteht aus drei Blöcken: Einer medizinischen Untersuchung, einem Leistungstest und einem Gespräch mit einem Psychologen. Ausgeschlossen werden sollen körperliche Mängel, die gegen eine Teilnahme am Straßenverkehr sprechen. Wenn eine Alkoholabhängigkeit besteht, muss Abstinenz bewiesen werden. Zudem werden Sinneswahrnehmung, Reaktionsschnelligkeit und Belastbarkeit ermittelt.Die Kosten sind in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr festgelegt und belaufen sich je nach Einzelfall auf 340 bis 740 Euro. Hinzu kommen 200 bis 250 Euro für die Neubeantragung der Fahrerlaubnis bei der Führerscheinstelle. Ferner 500 bis 1.400 Euro für die etwaige Verkehrstherapie. Die durchschnittlichen Gesamtkosten beziffert der AvD auf 1.000 bis 2.500 Euro je Einzelfall.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Christine Nöstlinger ist gestorben

Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Freitag der Residenz-Verlag in Wien. 
Christine Nöstlinger ist gestorben

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.