Immer mehr Eltern sind impfmüde

Von ULF SCHAUMLFFEL Kassel. Fnf Prozent aller Kinder aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind nicht ausreichend geimpft. Zu diese

Von ULF SCHAUMLFFEL

Kassel. Fnf Prozent aller Kinder aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind nicht ausreichend geimpft. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Das heit: In jeder Klasse sitzt statistisch mindestens ein Kind, das nicht alle empfohlenen Schutzimpfungen erhalten hat.

Dazu zhlen beispielsweise die Impfungen gegen Keuchhusten, Tetanus, Masern, Windpocken, Mumps und Rteln. Gerade Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Sie knnen Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzndungen nach sich ziehen und sogar tdlich enden, so Nadine Mller, Sprecherin der TK in Hessen.

Beim letzten groen Masernausbruch vor fnf Jahren wurden 259 Masernflle in Hessen gemeldet ein Kind starb sogar an den Folgen der Krankheit. Fast die Hlfte aller Eltern, deren Kinder nicht alle Schutzimpfungen erhalten haben, gab an, dass sie einige Impfungen fr unntig halten. Drei von vier Eltern haben Angst vor Impfschden und Nebenwirkungen. 57 Prozent waren auch der Meinung, dass so genannte Kinderkrankheiten das Immunsystem strken. Im letzten Jahr wurden in Hessen mit 22 Erkrankten vergleichsweise wenig Masernflle registriert, dennoch sollten Eltern nicht impfmde werden.

Die Stndige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, Babys ab einem Alter von elf Monaten im Abstand von mindestens vier Wochen zweimal gegen Masern zu impfen. Grundstzlich sollte die sogenannte Grundimmunisierung, das heit der Aufbau eines vollstndigen Impfschutzes bei Suglingen und Kleinkindern, unmittelbar nach Ende des zweiten Lebensmonats beginnen und im Alter von 14 Monaten abgeschlossen sein. Mller: Dann knnen Eltern sicher sein, dass ihr Kind ausreichend geschtzt ist.

Die modernen Impfstoffe sind gut vertrglich, Nebenwirkungen treten selten auf. Auch Mehrfachimpfungen mit bis zu sechs Impfstoffen stellen grundstzlich kein Problem dar.

Keine Impfmdigkeit

Eine allgemeine Impfmdigkeit kann Kinderrztin Dr. Ulrike Achenbach aus Baunatal bei ihren Patienten nicht feststellen. Im Gegenteil: Die Grundimpfungen haben sich sogar gebessert. Das knne aber auch daran liegen, dass in Kindergrten und Schulen gewisse Grundimpfungen vorgeschrieben seien. Dort werde ein Impfausweis verlangt. Noch nicht viel in Anspruch genommen wrden zur Zeit die Vorsorgeimpfung gegen Gebrmutterhalskrebs. Kinder ab 12 Jahren knnen sich impfen lassen. Allerdings schrecke die Impfung viele ab, weil die Eltern in finanzielle Vorleistung (Impfung in drei Schritten kostet rund 150 Euro) gehen mssten.

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