Jedes zehnte Grundschulkind in Hessen trägt eine Brille

Hessen. Im vergangenen Jahr haben durchschnittlich 95 von 1.000 Sechs- bis Zehnjährigen in Hessen eine Sehhilfe verordnet bekommen. Das ist fast jede

Hessen. Im vergangenen Jahr haben durchschnittlich 95 von 1.000 Sechs- bis Zehnjährigen in Hessen eine Sehhilfe verordnet bekommen. Das ist fast jedes zehnte Kind. Das zeigt eine neue Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK).

In jeder Grundschulklasse in Deutschland sitzen somit im Schnitt etwa zwei Brillenträger. Im Verlauf der Schulzeit nimmt die Quote der Kinder, die eine Brille benötigen, zu. Durchschnittlich 119 von 1.000 hessische Mädchen und Jungen zwischen 11 und 17 Jahren haben laut TK-Zahlen 2011 eineSehhilfe verordnet bekommen. Interessant dabei: Im Teenager-Alter erhalten Jungen deutlich seltener als Mädchen eine Brille oder Kontaktlinsen: So liegt die Zahl der Betroffenen bei den 16- und 17-jährigen Mädchen im Vergleich zu ihren männlichen Altersgenossen um rund 29 Prozent höher.

Experten gehen davon aus, dass jedoch deutlich mehr Kinder fehlsichtig sind. Nach Angaben des Berufsverbands der Augenärzte haben rund 20 Prozent der Kinder Sehprobleme. Die Fehlsichtigkeit wird jedoch häufig spät oder sogar gar nicht erkannt. Die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder bieten die Chance, Sehprobleme frühzeitig festzustellen. Sehstörungen und Augenschäden, die bereits im zweiten Lebensjahr erkannt werden, lassen sich meist gut korrigieren, zum Beispiel Schielen.

Gibt es in der Familie gehäuft Sehprobleme (tragen beispielsweise Mutter und Vater eine Brille), sollte das Kind bereits im ersten Lebensjahr zur Kontrolle zum Augenarzt. Im Alltag können Eltern und Lehrer auf Warnsignale achten. Bei Sehproblemen hält ein Kind beispielsweise ständig den Kopf schief, reibt sich die Augen, kneift die Augen zusammen, zwinkert oder blinzelt. Zudem kann es ein Warnhinweis sein, wenn Kinder beim Lesen und Schreiben leicht ermüden, in der Zeile verrutschen oder einen geringen Augenabstand zu Buch, Bildschirm und Fernseher haben.

Wenn die Eltern vermuten, dass ihr Kind Sehprobleme hat, sollten sie es augenärztlich untersuchen lassen. Verordnet der Arzt eine Sehhilfe, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen bei Kindern unter 18 Jahren die Kosten für Brillengläser in Höhe der vereinbarten Festbeträge.

Für den Schulsport kann ein Kind zusätzlich zur vorhandenen Brille Kunststoffgläser für eine Sportbrille erhalten.

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