Jetzt den Schulweg mit den Kindern üben

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Kinder auf dem Weg zur Schule. Foto: DAK/Schlaeger

Waldeck-Frankenberg. Um die künftigen ABC-Schützen im Hinblick auf die so wichtige Verkehrssicherheit zu stärken, sollten Eltern den Weg zur Schule

Waldeck-Frankenberg. Um die künftigen ABC-Schützen im Hinblick auf die so wichtige Verkehrssicherheit zu stärken, sollten Eltern den Weg zur Schule und von dort nach Hause immer wieder mit Kindern üben, rät die Polizei. Speziell die Schulanfänger sind die schwächsten Teilnehmer im öffentlichen Straßenverkehr. "Altersbedingt haben sie einen wesentlich höheren Bewegungsdrang als Erwachsene und reagieren daher oftmals unberechenbar. Neugier und spontanes Handeln verstärken diese Unberechenbarkeit", sagt Polizeihauptkommissar Jürgen Schnittger vom Verkehrserziehungsdienst der nordhessischen Polizei.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. "Auf Grund ihres physiologischen Entwicklungsstandes sind ihr Körper und das Gehirn noch nicht in der Lage, bestimmte Prozesse wie beim Erwachsenen durchzuführen. Während beispielsweise das Blickfeld eines ausgewachsenen Menschen etwa 180 Grad umfasst, ist dieses beim Kind auf Grund eines noch engen Augenstandes stark eingeschränkt", erläutert Hauptkommissar Schnittger. Der Raum Straße könne somit nur selektiv wahrgenommen werden. Die geringe Größe der Kinder bedinge zudem, dass sie nur bis zu einer begrenzten (Augen-)Höhe den Verkehrsraum visuell erfassen können. "Kinder sind auch nicht in der Lage, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig abschätzen zu können. Der Grund hierfür liegt in mangelnden Erfahrungen entsprechender Situationen im Straßenverkehr", sagt der Hauptkommissar. Verstärkt werde dieses Defizit durch die statische Kontur der Fahrzeuge. "Tiere, wie beispielsweise ein laufender Hund, bewegen sich; ändern somit ständig ihre Umrisse und können so besser von Kindern wahrgenommen und eingeschätzt werden", verdeutlicht er die Aussage mit einem Beispiel.

Nicht zuletzt aus diesen Gründen seien Kinder besonders gefährdet. Im noch ungewohnten Straßenverkehr drohten ihnen permanent Gefahren, die sie zu bewältigen hätten. "Daher ist es unerlässlich, stets mit den Kindern die möglichen Gefahren, die sich auf ihrem Schulweg ergeben können, zu erörtern und entsprechende Verhaltensregeln zu erklären", appelliert Jürgen Schnitter an die Adresse der Eltern.

Neben dem bereits im Jahr 2010 zu Schulbeginn in das Internet eingestellten Informationsblatt mit dem Thema "Sicher zur Schule - sicher nach Hause" sind seit dem letzten Jahr die zehn zusammengefassten Tipps zusätzlich auch in türkischer Sprache eingestellt. Sie sollen Eltern als Hilfestellung zum Einüben des Schulweges ihrer Kinder dienen. Beide Flyer können heruntergeladen oder ausgedruckt werden. "Gerne steht Ihnen die Polizei auch für Auskünfte zu diesem wichtigen Thema zur Verfügung. Wir möchten, dass ihr Kind immer einen unfallfreien Schulweg hat und kein Verkehrsopfer wird", so der Polizeihauptkommissar abschließend.

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