Jetzt Vogeltränken aufstellen - Tiere leiden unter Trockenheit

+

Der extrem trockene Frühling hat Amphibien und manchen Vogelarten erhebliche Probleme bereitet. Vielerorts sind in Hessen kleine Tümpel und Wasserst

Der extrem trockene Frühling hat Amphibien und manchen Vogelarten erhebliche Probleme bereitet. Vielerorts sind in Hessen kleine Tümpel und Wasserstellen ausgetrocknet, die Amphibien für ihre Entwicklung benötigen. "Die Kaulquappen von Grasfrosch, Kreuzkröte und Gelbbauchunke sind an vielen Stellen gefährdet oder schon vertrocknet", erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Für Weißstorch und Amsel sei es schwierig, genug Regenwürmer als Futter für die Aufzucht ihrer Jungen zu finden. In manchen Storchenhorsten sei es schon zu Verlusten an Jungvögeln gekommen. Der NABU ruft dazu auf, Vogeltränken im Garten aufzustellen und für eine regelmäßige Reinigung zu sorgen.

Die außergewöhnliche Trockenheit habe dazu geführt, dass kleine Wasserstellen, die vielen Amphibien als Laichgewässer dienten, schon sehr früh im Jahr ausgedörrt seien. "Normalerweise fallen Tümpel und Wasserlachen erst im August trocken, wenn die jungen Frösche, Molche und Unken das Gewässer schon verlassen haben", so Eppler. Jetzt sei der Nachwuchs mitten in seiner Entwicklung bedroht. Manche NABU-Gruppen hätten sich deshalb dazu entschlossen, seltenen Arten wie der Kreuzkröte an ihren Kleingewässern mit Wassernachschub zu helfen. Die Natur gleiche Verluste in trockenen Jahren allerdings mit mehr Nachwuchs in den Folgejahren wieder aus. Zu beobachten sei auch, dass Laubfrösche von austrocknenden Tümpeln zu größeren Feuchtgebieten hin wanderten und dort nun in größeren Mengen anzutreffen seien.

Von der Trockenheit seien neben Amphibien auch Vögel betroffen, die für ihre Jungenaufzucht Regenwürmer, Schnecken und Frösche benötigten, erklärte der Biologe. Beim Weißstorch sei es an einigen Stellen in Hessen schon zu Brutverlusten gekommen. "Von vier geschlüpften Jungen sind mancherorts nur noch zwei vorhanden", so Eppler. Auch den Amseln bereite es Probleme, genug Regenwürmer zu finden. Wasservögel wie Haubentaucher und Blässhuhn hätten damit zu kämpfen, dass ihre Nester trocken fielen und die Brut zur leichten Beute für den Fuchs werde.

Singvögeln könne bei der Trockenheit gut mit Vogeltränken geholfen werden. Die Tränken sollten an schattigen Plätzen im Garten aufgestellt und regelmäßig gereinigt werden. "Vogeltränken mit verunreinigtem Wasser werden schnell zu Todesfallen für Singvögel", so Eppler. In den Vogeltränken könnten leicht Krankheitserreger wie Salmonellen, Pilze und Parasiten von Vogel zu Vogel übertragen werden. Nur die regelmäßige Reinigung und der Austausch des Wassers verhinderten die Weitergabe von Vogelkrankheiten. Der NABU Hessen empfiehlt, Vogeltränken einmal pro Woche zu reinigen. Bei der Reinigung sollten am besten eine Bürste und heißes Wasser benutzt werden. Von Spülmittel rät der NABU dringend ab, da sich Spülmittelreste leicht in Ritzen festsetzen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.