Kinder haften für ihre Eltern

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Waldeck-Sachsenhausen, 12. Juni 2013 - Wenn Mutter oder Vater pflegebedürftig werden, dreht sich die Versorgung der Generationen um. Dann müssen Kin

Waldeck-Sachsenhausen, 12. Juni 2013 - Wenn Mutter oder Vater pflegebedürftig werden, dreht sich die Versorgung der Generationen um. Dann müssen Kinder für die Pflegekosten ihrer Eltern aufkommen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) schon in einem Urteil im Jahr 2010 und verurteilte einen 48-Jährigen rückwirkend zur Zahlung von über 40.000 Euro Pflegekosten für seine Mutter. Der BGH untermauerte mit seiner Entscheidung die Verpflichtung von Kindern, bedürftige Eltern finanziell zu unterstützen, sogar unabhängig davon, ob sich diese um ihre Kinder früher gekümmert haben. Das Verwandtschaftsverhältnis allein würde für die Zahlungsverpflichtung genügen, argumentierten die Richter. "Tritt der Pflegefall auf, kann das schnell ins Geld gehen und das gesamte Vermögen aufzehren", weiß Stefan Ginder, Sprecher des Bezirks Kassel im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) aus der Vermittlerpraxis zu berichten. "Denn Familien unterschätzen oft das finanzielle Risiko, das mit einer Pflegebedürftigkeit verbunden ist."

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt höchstens 1.550 Euro. Die Kosten für eine Vollzeitpflege in der höchsten Pflegestufe III betragen in Waldeck-Sachsenhausen und Umgebung jedoch um die 3.500 Euro im Monat. Sind die Eltern einige Jahre pflegebedürftig, kann das schon den Gegenwert eines Hauses kosten. "Dieses Risiko können private Pflegeversicherungen zumindest mindern", betont Ginder.

Produktvarianten

Es gibt drei Produktvarianten. Die Pflegerentenversicherungen zahlen im Pflegefall eine zuvor vereinbarte monatliche Rente aus. Sie sind wie eine Lebensversicherung kalkuliert. Die Beiträge bleiben stabil und erhöhen sich nicht. Man kann aber eine Dynamik vereinbaren, die die inflationäre Geldentwertung ausgleicht. Dann steigen Beitrag und Leistung. Pflegekostenversicherungen funktionieren dagegen wie private Krankenversicherungen. Dabei übernimmt der Versicherer einen festgelegten Prozentsatz der Kosten, die der Kunde nachweisen muss. Wenn man ein Pflegefall ist, hat man jedoch andere Probleme, als sich darum zu kümmern, angefallene Kosten nachzuweisen. Als dritte Variante zahlen Pflegetagegeldversicherungen gegen einen Nachweis der Pflegebedürftigkeit einen fest vereinbarten Geldbetrag für jeden Pflegetag aus. Das Pflegetagegeld wird dabei unabhängig von den tatsächlichen Belastungen überwiesen.

Besonderheiten des "Pflege-Bahr"

Hierunter fallen auch die seit Anfang des Jahres mit fünf Euro pro Monat vom Staat geförderten "Pflege-Bahr"-Policen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Versicherte selbst zehn Euro im Monat einzahlt und in der schwersten Pflegestufe III mindestens 600 Euro monatlich als Pflegetagegeld ausbezahlt bekommt.

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