Das Kino kommt zurück nach Melsungen

Melsungen. Das Kino kommt zurück nach Melsungen. Im Rahmen der Aktion "Ab-in-die-Mitte" werden vom 27. bis 29. September wieder Spielfilme

Melsungen. Das Kino kommt zurück nach Melsungen. Im Rahmen der Aktion "Ab-in-die-Mitte" werden vom 27. bis 29. September wieder Spielfilme über die Leinwand im ehemaligen Kinosaal in der Bahnhofsstraße flimmern.

Fast 30 Jahre ist es her, dass mit dem "Oberon" das letzte Lichtspielhaus in Melsungen seine Pforten für immer schloss. Und vom alten Kinosaal, der heute als Garage genutzt wird, ist lediglich die graue Deckenbespannung erhalten geblieben. "Die Kinosessel lagerten noch lange auf dem Speicher, wurden aber irgendwann verkauft", erinnert sich Hans-Jürgen Ellenberger, dessen Familie der Saal bis heute gehört. Nichts ist geblieben vom alten Glanz, außer vielen Erinnerungen. Zumindest daran anknüpfen möchte Michael Geise, einer der Organisatoren des Open-Air-Kinos auf der Freilichtbühne. "Wir haben eine brandschutztechnische Ausnahmegenehmigung von der Stadt bekommen und können drei Tage lang hier wieder Filme zeigen", erklärt er. Bis dahin ist aber noch viel zu tun. Stühle müssen herbeigeschafft werden, dazu ein Projektor und die Leinwand. Doch dann kann ein Stück der Geschichte der Stadt wieder aufleben.

Erstes Kino schon 1908 im Lutherhaus

"Das erste ,Ständige kinematographische Theater’ wurde schon 1908 gegründet und befand sich im heutigen Lutherhaus", berichtet der ehemalige Bürgermeister Dr. Ehrhardt Appell. "Es wurde aber schon vor dem Ersten Weltkrieg wieder geschlossen. So richtig an kommen die bewegten Bilder in Melsungen erst in den 30er-Jahren. "Die

,Lichtspiele’ in der Sandstraße waren fast immer überfüllt", so Appell. In den 50er-Jahren eröffnen zwei weitere Kinos. Das "Regina" an der Viehtrifft und 1953 das "Oberon". Gezeigt werden vor allem amerikanische Cowboy- und deutsche Heimatfilme. Heimische Filmstars wie Ruth Leuwerik, Maria Schell, Hans Moser und Rudolf Prack ziehen in der Nachkriegszeit die Massen an.

Kurze Blütezeit der drei Lichtspielhäuser in Melsungen

Doch die Blütezeit dauert nur kurz. Schon in den 60er-Jahren macht das Fernsehen den Kinos zunehmend Konkurrenz. Die Lichtspielhäuser, auch in Melsungen, schließen. Lediglich das "Oberon" hält noch durch. Ein letzter Aufreger sind die Aufklärungsfilme von Oswald Kolle. Doch 1983 gehen auch dort die letzten Lichter aus.

Kinomacher Geise wünscht sich eine Renaissance des alten Kinosaals als Veranstaltungsort. "Der Raum hat genau die richtige Größe, da könnte man richtig etwas daraus machen", schwärmt er. Und wer weiß, träumen ist schließlich nicht nur im Kino erlaubt.

Im früheren Kinosaal in der Bahnhofsstraße 14 (Hotel Ellenberger) werden vom 27. bis 29. September Filme von Schülern über Melsungen vorgeführt. Danach wird ein bekannter Hauptfilm gezeigt.

Am Donnerstag, 27. September "Alles koscher", am Freitag, den 28. September "Sommer in orange" und am Samstag, den 29. September "Sterben für Anfänger". Die Kinoabende beginnen jeweils um 20 Uhr. Die Karten gibt es im Vorverkauf bei der Brückenbuchhandlung in Melsungen zum Preis von 5 Euro.

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