Klage angedroht: Verlegtes Grönemeyer-Konzert sorgt für Schlagzeilen

Kassel. Von seinem Kasseler Büro am Friedrichsplatz aus hätte der Göttinger Rechtsanwalt Dr. Alexander Schneehain keine fünf Minuten zu Fuß

Kassel. Von seinem Kasseler Büro am Friedrichsplatz aus hätte der Göttinger Rechtsanwalt Dr. Alexander Schneehain keine fünf Minuten zu Fuß zum geplanten Grönemeyer-Konzert auf der Karlswiese gebraucht. Jetzt würde er wegen dem deutschen Sänger vor Gericht gehen. Der Grund: Die Verlegung des Konzerts, für das sich der Rechtsanwalt sich schon früh im Vorverkauf zwei Karten gesichert hatte.

"Ich bin kein eingefleischter Grönemeyer-Fan. Aber die Atmosphäre eines Open-Air-Konzerts in meiner Heimatstadt hat mich sofort begeistert", sagt er. Doch nun den Sänger in der Eishalle zu erleben, das kommt für ihn nicht in Frage. "Jeder in Kassel kennt doch den Zustand der Eishalle, die Akustik und den fehlenden Komfort – das ist einfach nicht das Gleiche."

Die Karten jedoch zurück zu nehmen schließt der Veranstalter, MM-Konzerte, kategorisch aus.  Mit den gleichbleibenden Faktoren Künstler, Datum und Stadt seien die wichtigsten Eckpunkte für ein Rückgabe-Recht verwirkt.

Das sieht Rechtsanwalt Schneehain völlig anders und bezieht sich sich auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Konzertveranstalters, die eine Rücknahme von gekauften Karten "nur bei Ausfall, Verschiebung oder Verlegung" ermöglichen.In einem Schreiben an den Konzertveranstalter weist er mit Hinweis§ 305 c Abs. 2 BGB darauf hin, dass eine Rücknahme der Karten von veranstalterseite rechtlich geregelt sei." Diese AGB-rechtliche Regelung regelt klar, dass Zweifel bei der Auslegung allgemeiner Geschäftsbedingungen klar zu Lasten des Verwenders gehen. Verwender sind in diesem Fall Sie. Zweifel bestehen, da sich der Begriff ,Verlegung’ und "Verschiebung" unterschiedlich (nämlich in örtlicher und zeitlicher Hinsicht) unterscheidet."Für den Fall, dass Dr. Alexander Schneehain, die von ihm für die Karten berappten 118,26  Euro nicht zurückerhält, hat er dem Veranstalter mit Klage gedroht.

Ursprünglich als großes Open-Air-Event am 10. Juni auf der wunderschönen Karlswiese geplant, soll das Konzert von Herbert Grönemeyer nun in der Eissporthalle Kassel stattfinden.  Statt angepeilten 25.000 Menschen also nur noch 8.000, die den deutschen Sänger live erleben können. Als Grund für die Verlegung unters Dach der Eissporthalle vermutet man Probleme mit dem oft vom Regen aufgeweichten Untergrund in der Karlsaue, der die Mega-Bühne nicht tragen könne. Ein offizielles Statement steht bislang noch aus. Klar ist jedoch, das bereits gekaufte Karten ihre Gültigkeit behalten. Allerdings sind jetzt auch nur noch Restkarten erhältlich.Das Auestadion war dem Vernehmen nach nicht als alternativer Veranstaltungsort in Frage gekommen. Schon vor der Eröffnung der neuen Tribüne hatten die örtlichen Konzertveranstalter von MM-Konzerte die schlechten Bedingungen für Musik-Events angemahnt. So sollen Durchfahrten für große Trucks trotz mehrfacher Hinweise nicht ausreichend dimensioniert sein. 

Hier das offizielle Statement des Veranstalters:

"Das ursprünglich angedachte Open Air auf der Karlswiese erwies sich leider nach nochmaliger Prüfung bei einem Ortstermin wegen mangelnder Infrastruktur als undurchführbar. Außerdem bestand eine latente Gefahr durch steigendes Grundwasser bei nachhaltigen Regenfällen. Deshalb bittet der Veranstalter um Verständnis für die Verlegung in die Eissporthalle, in der die Fans den Künstler jetzt hautnah erleben können. Bereits im Vorverkauf erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. Für das Konzert gibt es noch Restkarten."

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