Klarheit bei Wohnflächenabweichungen

Hierzu ist allerdings Voraussetzung, dass die Abweichung der tatschlichen von der angegebenen Wohnflche mehr als 10 Prozent betrgt.

Hierzu ist allerdings Voraussetzung, dass die Abweichung der tatschlichen von der angegebenen Wohnflche mehr als 10 Prozent betrgt. Diese Rechtsprechung wird in der untergerichtlichen Praxis zunehmend auf alle Wohnflchenabweichungen bertragen, wenn bei tatschlichen oder vermeintlichen Flchenabweichungen Rckforderungen oder Aufrechnungen gegenber Forderungen des Vermieters erhoben werden, also auch wenn im Mietvertrag eine hhere als die tatschliche Wohnflche angegeben ist. Es kommt allerdings auch vor, dass die Meinung vertreten wird, die gezahlte Mietkaution zu verringern oder eine auf der Basis der geringeren Flche berechnete Miete zu entrichten. Das hat allerdings der BGH in seinem Urteil vom 20.07.2005 abgelehnt und entschieden: Ist die Miete auf Grund eines Mangels nach 536 Abs. 1 BGB gemindert, bleibt dies fr die Berechnung der Hhe der Mietkaution nach 551 Abs. 1 BGB auer Betracht. Mageblich fr die Kautionshchstgrenze ist die vereinbarte Miete.

Bei den auf dem Gebiet der Miete ttigen Sachverstndigen steigt deshalb die Zahl der Auftrge, bei denen Flchenabweichungen vermutet werden und deshalb die Wohnflchen zu ermitteln sind. Das gilt fr Klagen ebenso wie fr sog. selbststndige Beweisverfahren. Ein Vermieter ist folglich gut beraten, wenn er bereits in der Mietannonce, insbesondere aber im Mietvertrag die Wohnungsgre zutreffend darstellt.

Eckhardt Jung ist Rechtsanwalt beim MieterschutzvereinFrankenberg und Umgebung e.V.

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