„60 Km/h, 80 Km/h, Achtung: Wir heben ab!“

Kassel. Über Funk im Helm hält mich Pilot Olaf Wagner auf dem Laufenden: "60 Km/h, 80 Km/h, Achtung: Wir heben ab!" Mit einer ras

Kassel. Über Funk im Helm hält mich Pilot Olaf Wagner auf dem Laufenden: "60 Km/h, 80 Km/h, Achtung: Wir heben ab!" Mit einer raschen Handbewegung drückt der erfahrene Pilot den Lenkbügel seines Drachens nach vorne, wäre nicht das Brummen des Motors – wir würden geräuschlos in den Himmel abheben.

Ich habe mich zu einem Flug in einem ungewöhnlichen Gefährt entschieden: Drachen-Trike. In einer Mischung aus Motor-Trike und Gleitflieger sitze ich nur wenige Zentimeter hinter dem Piloten, leicht erhöht, angeschnallt auf einem schmalen Sitz. Über uns hält ein Drachen das luftige Gefährt in der Höhe, ein 64 PS-Motor gibt unserem "Luftmoped" den nötigen Schub.

Das Gefühl des Fliegens war selten intensiver: Keine Glasscheibe versperrt den Blick, mächtige Greifvögel fliegen parallel zu unserem Zweisitzer, Wind schneidet zwar scharf ins Gesicht, Brille und Helm schützen aber vor allzu frischer Zugluft. Nach dem Start auf dem Flughafen Kassel-Calden geht der Flug über Kontrollpunkt "Echo" zunächst Richtung Osten: Espenau, Rothwesten, Wilhemshausen, dann eine scharfe Kurve über das Fuldatal direkt nach Kassel. Der Regionalzug, der in den Kasseler Hauptbahnhof einfährt, wirkt aus unserer Höhe wie aus einer Miniaturwelt, auf den Hauptstraßen fahren die Menschen in ihren Feierabend.

"Bist du Flugfest?" fragt Olaf direkt über der Stadt. Zwar bin ich mir alles andere als sicher, gebe durch den Helmfunk aber mein OK. In steilen Kurven verlieren wir in wenigen Sekunden an Höhe, eine Achterbahnfahrt ohne Netz und doppelten Boden. Über dem Baunataler VW-Werk wendet das Trike in einer engen Kurve. In wenigen Sekunden sind wir erneut über der Stadt, steuern zurück Richtung Flughafen. Aus dem Tower bekommt D-MDPL – so heißen wir im Fluglotsen-Deutsch – die Erlaubnis zur Landung. Nach 45 Minuten setzt mein Pilot sein Gefährt auf dem Flughafen ab, auf der langen Rollbahn kommen wir nach einigen hundert Metern zum Stehen.

"Bei der Landung warst du ja ein bisschen Still, aber ich bin mir sicher, dein Grinsen bleibt den ganzen Abend." Recht hat er. Es war ein spektakuläres Erlebnis auf einem ungewöhnlichen Gefährt. Vielleicht nichts für Menschen mit Flugangst, für alle anderen ein Muß – besonders an so frühsommerlichen Abenden wie derzeit.

Wer auch Interesse hat: unter www. dasabsoluteerlebnis.de gibt’s weitere Infos.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Christine Nöstlinger ist gestorben

Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Freitag der Residenz-Verlag in Wien. 
Christine Nöstlinger ist gestorben

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.