Männergesundheit Vorsorge und Vorbeugung

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Bad Wildungen. Männer sterben laut Statistik durchschnittlich sechs bis sieben Jahre früher als Frauen. Für Ärzte ist das kein Zufall. "Schon

Bad Wildungen. Männer sterben laut Statistik durchschnittlich sechs bis sieben Jahre früher als Frauen. Für Ärzte ist das kein Zufall. "Schon in der Grundschule muss begonnen werden, der männlichen Übersterblichkeit entgegenzuwirken", sagt der Chefarzt der Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen, Dr. Ulf Jonas. "Hier können die Grundsteine für gesunde Ernährung und zum Beispiel richtige Kommunikation in Konfliktsituationen gesetzt werden. Das Minimieren von Erkrankungsrisiken sollte vor der Früherkennung bereits entstandener Erkrankungen stehen."

Sechsmal häufiger als Frauen erleiden Männer zwischen 30 und 50 Jahren nach den Worten von Dr. Jonas einen Herzinfarkt, die Suizidrate ist zwei bis sechsmal höher. "Auf zwei krebskranke Frauen kommen drei krebskranke Männer und auch Suchterkrankungen sind wesentlich häufiger als bei Frauen", betont Jonas.

Zahlreiche Faktoren sind nach seinen Worten ausschlaggebend für die Erkrankungshäufigkeit der Männer. Dazu zählten unter anderem umwelt- und verhaltensbezogene Risiken. Männer hätten Berufe mit höherem Gefahrenpotenzial und neigten darüber hinaus zu riskantem Verhalten – ob im Straßenverkehr, bei der Arbeit, in der Freizeit oder auch beim Konsum von Drogen. Einen Zusammenhang gebe es auch zwischen dem Einkommen und der Sterblichkeit – je geringer der Verdienst, umso höher die Sterblichkeit. Zudem trage ein überholtes Männlichkeitsbild nicht zur Gesundheit bei. Zuviel Alkoholgenuss, ungesundes Essen und Übergewicht seien schließlich die Risiken.

Das Risiko für Erkrankungen der Prostata, der Blase und der Nieren könnten, so Chefarzt Urologie, Dr. Thomas Fröhlich durch Ernährung und Verhalten sowohl positiv als auch negativ beeinflusst werden. Durch Kenntnis dieser Zusammenhänge sei eine individuelle Prophylaxe möglich.

"Die Prävention in der Gesellschaft muss schon zwischen dem 10 und dem 14. Lebensjahr greifen", sagt Dr. Jonas. So sei es eine Aufgabe der Familienpolitik, das Erlernen von gesundheitsförderndem Verhalten zu unterstützen, Verhaltensauffälligkeiten zu behandeln und soziale Kompetenz zu fördern. Damit könne die Rate adipöser Kinder verringert, die Suizidrate gesenkt und schließlich ein verbesserter Schulabschluss erreicht werden.

Neben individueller Gesundheitsförderung und Prävention sei zugleich die individuelle Früherkennung und damit gezielte Suche nach Krankheiten im Frühstadium und deren konsequente Behandlung erforderlich. Für die Früherkennung müsse ein Konzept entworfen werden. Die Untersuchung der Prostata gehöre genauso dazu wie zum Beispiel die Messung des Blutdruckes und der Blutfette. Zudem sei es wichtig, Männer zur Wahrnehmung von Früherkennungsuntersuchungen zu bewegen. Männer nehmen nach Beobachtung der Ärzte diese Angebote wesentlich seltener wahr als Frauen. "Solange nichts weh tut gehe ich nicht zum Arzt", sei offenbar die Einstellung.

Von der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit zitiert Dr. Jonas zehn "Tipps für ein gesundes Männerleben": Lasst Euch von Eurer Frau zum Arzt begleiten, geht zur Vorsorge, hört auf zu rauchen, trinkt mehr Wasser, schlaft gut, ernährt Euch bunt, nehmt Erektionsprobleme ernst, macht mehr Schritte, habt Sex, treibt Sport, kümmert Euch um Eure Partnerschaft.

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