Stücke, Programm, Karte der Spielorte

Geheimtipp: Theater-Festival Panoptikum in Nürnberg startet - Wir verraten die Highlights

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Stücke aus ganz Europa spielen sechs Tage an sieben Spielorten in Nürnberg.

Am Dienstag (4. Februar) startet das Theater-Festival Panoptikum in Nürnberg. In der Szene europaweit längst kein Geheimtipp mehr. Für das breite Publikum mit Kindern schon. Und es gibt noch Karten.

  • Zum 11. Mal startet am Dienstag (4. Februar 2020) das europäische Kindertheater-Festival Panoptikum.
  • Zum Jubiläum holt das Theater Mummpitz für eine Woche preisgekrönte Produktionen aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Kroatien, den Niederlanden, Portugal, der Schweiz, Slowenien und Spanien sowie aus sechs bayerischen Städten.
  • Wir geben einen kleinen Überblick und erklären, was das Theater-Festival in Nürnberg so besonders macht.

Nürnberg - Es geht wieder los. 20 Jahre nachdem alles angefangen hat. Damals, im Jahr 2000, wurde das europäische Kindertheater-Festival Panoptikum von der Stadt Nürnberg zur 950-Jahr-Feier geboren. Eigentlich nur als einmalige Aktion. Um dem Stadt-Jubiläum noch ein bisschen Glanz zu geben. Doch das damals noch junge, heimatlose Theater-Ensemble Mummpitz und die damals noch freie Festival-Expertin Cathrin Blöss leisteten offenbar ganze Arbeit.

Das Theater-Festival Panoptikum überzeugte Nürnberger und Theater-Macher weltweit. So kam es zur Wiederholung 2002, damals schon im eigenen Haus, dem Kachelbau, seitdem Spielstätte und Festivalzentrum

Die letzten 20 Jahre erkämpfte sich Panoptikum als eines der vier großen Kindertheater-Festivals Deutschlands seinen festen Platz im Kalender. Mit Zuschauern aus der Welt und Gastspielen aus Europa von Kopenhagen bis Lissabon.

Jetzt also, 20 Jahre später, das 11. Panoptikum. Immer noch im Kachelbau und immer noch organisiert von Cathrin Blöss. Was hat sich verändert? Cathrin Blöss, inzwischen festes Mummpitz-Ensemble-Mitglied, muss nachdenken. Es ist ihr 37. Festival, fällt ihr ein. Seit 1988 managt Blöss Theater-Festivals. 

Kindertheater-Festival Panoptikum in Nürnberg: „Themen sind politischer geworden“

Und Stücke haben sich schon verändert. Die Themen. „Kindertheater ist politischer geworden.“ Früher sei die bestimmende Frage „Woher kommen wir?“ gewesen. Heute eher: „In was für einer Welt wollen wir leben?“

Dazu die Technik. Im Theater, auch auf kleinen Bühnen, ist viel mehr möglich. Das ist oft schön, manchmal unsinnig. Und wesentlich mehr Aufwand für die Festival-Techniker. Blöss: „Man wächst mit der Herausforderung.“

Kindertheater in Nürnberg: Die wohl lebendigste Szene Deutschlands

Vor hartem Stoff haben sich Kindertheater-Macher allerdings noch nie gefürchtet. Die Nürnberger wissen das. Wohl keine andere Stadt in Deutschland hat eine derart lebendige und vielseitige Kindertheater-Szene wie Nürnberg. Altersangaben von „ab 4“ bis „10+“ schrecken die Nürnberger Theater-Gänger nicht ab. Im Kino schaut man sich ja auch Filme ab 6 an. Und man kann die Kinder mitnehmen.

Und so hat sich auch das Festival-Publikum in den letzten 20 Jahren verändert. „Das Publikum wird gemischter und älter.“ Panoptikum hat in Franken und Bayern inzwischen eine große Fangemeinde. Das Festival ist nun, drei Tage vor Start, zu 85 Prozent ausverkauft. Und wir sprechen hier von knapp 6000 Tickets für 54 Vorstellungen an sieben Spielorten in ganz Nürnberg.

Das Publikum, die Fans, die Gäste, die Spielorte, die Szenerie, die liebevolle Betreuung durch das Festival-Team vom Theater Mummpitz, das als Helfer seine ehemaligen FSJler aus ganz Deutschland zurück nach Nürnberg holt (und sie kommen zahlreich und gerne) - all das macht dieses kleine Theater-Festival so groß, so besonders und hinterlässt einen bleibenden Zauber, bei jedem, der es zum ersten Mal erlebt.

Auch bei der Festival-Managerin selbst. Ihr Lieblingsstück fand sie bei ihrem ersten Panoptikum. Romanzo d'infanzia - vom italienischen Ensemble Compagnia Abbondanza/Bertoni. Die Handlung ist - wie so oft beim Kindertheater - schnell erzählt und sagt nichts über das Stück aus. Kinder sind allein zuhause - und machen allerlei Blödsinn. „Die haben 300 Kinder in der Tafelhalle gerockt. Und mich.“ Mehrmals hat Blöss das Stück seitdem gesehen. Die Produktion ist so erfolgreich, dass sie heute noch gespielt wird.

„I will be everything“

Blöss und Andrea Maria Erl, die künstlerische Leiterin bei Mummpitz, hatten schon überlegt, ob sie die Italiener zum 20. nochmal einladen. Aber lieber nicht. Lieber nichts aufwärmen. Lieber was Neues. Und das sind sie, die Stücke fürs 11. Panoptikum von 4. bis 9. Februar 2020:

Kindertheater-Festival Panoptikum 2020: Die Produktionen aus Europa

Für die 11. Ausgabe ist das vierköpfige Auswahlteam in Belgien, Dänemark, Frankreich, Kroatien, den Niederlanden, Portugal, der Schweiz, Slowenien und Spanien sowie in sechs bayerischen Städten fündig geworden. Etwa 15 Prozent der Plätze sind noch frei. Karten und Spielplan gibt‘s am einfachsten auf der Panoptikum-Festival-Seite.

„Sens“

Vorweg die zwei Extreme: Ganz klein: Auf einen Tisch passt das Bühnenbild von "Eindringlinge" (7+) aus Frankreich. Der Wackelpudding wird zum Ufo. 

Und das Gegenstück - oder: Und wieder wird die Tafelhalle gerockt - ganz groß, laut, ausladend, actionreich: "Sens" (7+), aus Frankreich, von der Compagnie Arcosm. Panoptikum-Fans kennen das Ensemble. Es war schon mehrmals zu Gast und überzeugte nun das Auswahlkomitee erneut.

Panoptikum in Nürnberg - weitere Gäste aus der Europa im Überblick

  • Die beiden Stücke für die Theateranfänger ab 3 Jahren, "Der Farbenzauberer" aus Slowenien und "Nachtlicht" aus Dänemark, erzählen ihre Geschichten mit Licht, Schatten und viel Farbe.
  • Musikalisch geht es in "Cellosturm" (8+) aus den Niederlanden zu: Acht CellistInnen erzählen mit ihren Instrumenten eine Geschichte über Freundschaft. 
  • Auch "Fallende Träume" (10+), ebenfalls aus den Niederlanden, erzählen ihre Geschichte mit einer spannenden Mischung aus Live-Video und Musik. 
  • Figuren und Objekte erwachen zum Leben im portugiesischen Beitrag "Die Wanderung der Elefanten" (6+) 
  • und dem spanischen Stück "Hubo" (8+)
  • "Metro Boulot Dodo" (5+) aus Belgien ist eine bunte Mischung aus Slapstick, Theater und Tanz
  • In "Aus der Bahn" (6+) verzaubern sechs Tänzer aus Frankreich mit einer Mischung aus Hip-Hop und Poesie
  • Die belgisch-schweizerische Koproduktion "Liebe üben" (10+) nähert sich seinem Thema ebenfalls tänzerisch.
  • Theatrale Installation bietet "Ich umarme die Luft" (6+) (Frankreich)
  • Eine ganz besondere Mischung bietet "Ich werde alles sein..." (8+), ein Theaterstück auf der Basis von Kindergeschichten, erarbeitet von einem Ensemble aus sieben europäischen Ländern.

Panoptikum des Theater Mummpitz: Die Festival-Beiträge aus Nürnberg und Bayern

  • Bayern ist mit zehn Produktionen vertreten.
  • Junges Theater Regensburg - Das verrückte Wohnzimmer (5+)- Schauspiel von Vincent Lagasse (übersetzt von Christina Weber)
  • Schauburg München - Ich liebe dich (8+) - Schauspiel von Kristo Šagor
  • Theater an der Rott aus Eggenfelden - Drei kleine Schweinchen (4+) - Objekttheater von Eva Kaufmann & Ensemble
  • Theater Kuckucksheim in Adelsdorf  - Der Räuber Hotzenplotz (5+) - Figurentheater nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Otfried Preußler
  • Spiel.Werk Ansbach - Habenwollen (10+) - Tanztheater

Und die Stücke aus Nürnberg:

  • Theater Thalias Kompagnons - Daheim in der Welt (4+)- Objekttheater von Tristan Vogt
  • Theater Salz + Pfeffer - Die Bienenkönigin oder das steinerne Schloss (7+) - Figurentheater nach Brüder Grimm
  • Alexandra Rauh & Gunnar Seidel, Morph?! Dem Papa sein Vater weiß wie‘s geht (8+) - Tanztheater
  • Theater Pfütze - Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums (8+) - Schauspiel nach dem gleichnamigen Buch von Salah Naura
  • Theater Mummpitz - Nur ein Tag (6+) - Schauspiel nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Martin Baltscheit

Theater-Festival Panoptikum in Nürnberg - die Spielorte

kmm

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