Opernpreis 2013: Doppelt geteilte Freude

Bad Hersfeld. Beim Festakt zu den "34. Bad Hersfelder Opernfestspielen" am Sonntag wurden die diesjährigen Preisträger vorgestellt. Die Ju

Bad Hersfeld.Beim Festakt zu den "34. Bad Hersfelder Opernfestspielen" am Sonntag wurden die diesjährigen Preisträger vorgestellt. Die Jury, bestehend aus Monika Beer, Kulturredakteurin aus Bamberg, Dr. Dietrich Betz, Ministerialrat i. R. aus Bad Schwalbach, Geraldine Gabor-Dreyer, Romanistin aus Neuss und Dr. Albert Zetzsche vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst aus Wiesbaden, hat die diesem Jahr die Preise gleich mehrmals geteilt. Die Vorstellung der Preisträger und das Überreichen der Urkunden wurde von Nicole Schlabach als Vertreterin der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen vorgenommen.

Der Opernpreis geht zu gleichen Teilen an Lisa Rothländer als Blonde und Jannes Philipp Mönnighoff als Pedrillo in Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail". Zur Begründung heißt es "Frau Rothländer verfügt über eine über alle Register ausgeglichene schöne Stimme, die sie szenisch mit großer Spielfreude beglaubigt. Herr Mönnighoff hat ein großes stimmliches Potential, mit dem er die musikalischen Hürden glänzend bewältigt hat, und eine körperliche Lebendigkeit, die ansteckend wirkt". Mönnighoff und Rothländer gaben anschließend je eine Kostprobe ihres Könnens mit jeweils einer Arie aus der "Entführung aus dem Serail".

Der Orpheuspreis für Nachwuchssänger geht an Julia Ebert als Frasquita und an Michael Chacewicz als Dancairo in George Bizets Oper "Carmen". Die an sich kleine Partie der Frasquita gewinne durch die sängerische und darstellerische Präsenz von Frau Ebert ein überraschendes Profil. Auch Herr Chacewicz verstehe es sichtlich, seine Nebenrolle sehr wortverständlich und einprägsam zu gestalten, heißt es in der Urkunde zum Preis.

Einen Ensemblepreis gibt es nicht in jedem Jahr. In diesem Jahr aber überzeugte die Tanz- und Ballettschule Michèle Meckbach die Jury mit ihrem kontinuierlichen Engagement in der Stiftsruine. Die Tänzerinnen setzten in ästhetischer Weise zusätzliche Akzente zur Verdeutlichung der Handlungsebenen. Die Mitglieder der Tanzschule Meckbach zeigten ebenfalls eine Kostprobe ihres Könnens.

Alf Rothe, Vorsitzender des Arbeitskreises für Musik, begrüßte die Ehrengäste, das Publikum und die Mitwirkenden. Er dankte vor allem den vielen Ehrenamtlichen, die diese Arbeit maßgeblich mit tragen und ohne deren beträchtliches Engagement die Opernfestspiele nicht möglich wäre. Desweiteren dankte er allen Sponsoren und Förderern der Opernfestspiele ohne deren finanzielle Zuwendungen es ebenfalls keine Oper in Bad Hersfeld gäbe. Auch der 1. Stadtrat Dr. Rolf Göbel begrüßte die Anwesenden.

Nach einem musikalischen Beitrag - dem Sanctus aus der sogenannten "Jubelmesse" von Carl Maria von Weber (unter Leitung von Prof. Siegfried Heinrich) lasen der Apostolische Pronotar Prof. Dr. Dr. Franz Kaspar, Generalvikar im Bistum Limburg und Pfarrer i. R. Rüdiger Bieber, Stiftungsbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) abwechselnd den 103. Psalm, das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes und schlossen mit dem Friedensgebet des Franz von Assisi "Herr, mache uns zu einem Werkzeug deines Friedens".

Seine Exzellenz Erzbischof Henryk J. Muszynski, Primas Senior von Polen aus Gnesen wies in seiner Rede auf die Verpflichtung aller hin, am Aufbau eines neuen friedlichen Europa mitzuwirken. "Die großartigen Festspiele hier in Bad Hersfeld bezeugen, dass nicht nur Taten und Werke, sondern auch Musik und Kunst zur Kultur und Versöhnung zwischen Menschen, Ländern und Religionen, wesentlich beitragen kann" hieß es in seiner Rede. Der französische Gesandte, Seine Exzellenz Jean-Claude Tribolet, wies ebenfalls auf den Prozess der friedlichen Versöhnung hin. Inzwischen könne man von einer Erbfreundschaft zwischen Frankreich und Deutschland sprechen. Die Grenzen Europas seien zu Verbindungslinien zwischen den Kulturen und Völkern geworden.

Entsprechend dem Thema der Festrede intonierten Chor und Orchester das "Dona nobis pacem", ebenfalls aus Webers "Jubelmesse", diesmal unter Leitung von MD Michael Stolle.

Grußworte überbrachten auch Staatsminister Dr. Thomas Schäfer vom Hessischen Ministerium der Finanzen und Helmut Heiderich (MdB). Sie betonten die Notwendigkeit öffentlicher Förderung von Kunst und Kultur. Schäfer wies darauf hin, dass lediglich 1/5 der Subventionen an private Träger, wie z. B. den Arbeitskreis für Musik e.V. gingen. Bad Hersfeld könne stolz sein auf sein umfangreiches kulturelles Angebot.

Einen Vorgeschmack auf die Wagner-Matinee am kommenden Sonntag gab es anschließend mit dem Hersfelder Festspielchor und den Virtuosi Brunenses unter Leitung von Siegfried Heinrich mit dem Chor "Wach auf" aus Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg".

Einen Rückblick auf 34 Jahre Hersfelder Opernfestspiele hielt Prof. Dr. Dr. Klaus Malettke (Philipps-Universität Marburg). Er ist Sprecher des Kuratoriums "Oper in der Hersfelder Stiftsruine". In seiner Rede ging er auf die Bedeutung der Opernfestspiele für die Stadt Bad Hersfeld, den Kreis und das Land Hessen ein. Insbesondere dankte er dem unermüdlichen Engagement Siegfried Heinrichs, der seit Jahren auch Kinder- und Familienaufführungen in Bad Hersfeld, Frankfurt, Marburg und anderen Städten aufführt und in diesem Jahr erstmalig eine Fassung der Oper "Die Entführung aus dem Serail" für Kinder möglich machte. Er wies darauf hin, dass auch die Opernfestspiele neben den Hersfelder Festspielen weiterhin in Eigenständigkeit einen Platz haben sollten, insbesondere da diese inzwischen nationale und internationale Anerkennung gefunden haben und sich auch den Anforderungen der Zukunft stellen wollen.

Zum Abschluss spielten die Virtuosi Brunenses unter Leitung von Michael Stolle die Ouvertüre zur "Entführung aus dem Serail" von Wolfgang Amadeus Mozart.

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