Die Pannenserie reißt nicht ab: Elektronische Lohnsteuerkarte jetzt doch erst ab 2013

Waldeck-Frankenberg. Erst wurde sie großartig angekündigt und dann immer wieder verschoben. Die Pannenstrecke bei der Einführung der elektronische

Waldeck-Frankenberg. Erst wurde sie großartig angekündigt und dann immer wieder verschoben. Die Pannenstrecke bei der Einführung der elektronische Lohnsteuerkarte will einfach nicht abreißen.

Ursprünglich sollte die elektronische Alternative für die bunten Pappscheine schon Anfang 2011 in Kraft treten. Allerdings musste die Einführung aufgrund technischer Problemen auf den Jahreswechsel 2011/2012 verschoben werden. Dann hieß es, dass er Start erst Mitte nächsten Jahres erfolgen solle. Doch wie es scheint, war auch dieser Termin zu früh gegriffen: Das Hessische Finanzministerium hat den Einführungstermin um ein ganzes Jahr nach hinten verschoben und als neuen Starttermin den 1. Januar 2013 genannt. Somit gelten die Papplohnsteuerkarte 2010 und vom Finanzamt ausgestellte Ersatzbescheinigungen auch für das kommende Jahr.

Falsche Daten gespeichert

Eigentlich sollten die Daten der 41 Millionen Steuerzahler, in einer zentralen Datenbank abgespeichert werden. Von dort aus sollten Arbeitgeber die zur Ermittlung der Lohnsteuer benötigten Angaben abrufen können. Allerdings wurden viele Daten, wie zum Beispiel Steuerklassen oder Religionszugehörigkeiten falsch abgespeichert, so dass die geplante Umstellung immer wieder verschoben werden musste.  Als Resultat müssen Arbeitgeber auch in diesem Jahr auf die Lohnsteuerkarte für das Jahr 2010 und auf vom Finanzamt ausgestellte Ersatzbescheinigungen zurückgreifen.

Sollte ein Arbeitnehmer in diesem Zeitraum seine Stelle wechseln, muss er von seinem alten Arbeitgeber die zwei Jahre alte Pappkarte zurückfordern und bei seinem neuen Chef einreichen. Bei einer Änderungen der Steuerklasse oder der Kinderfreibeträge bekommt der Antragssteller beim Finanzamt einen Ausdruck der geänderten Lohnsteuerabzugsmerkmale oder eine Ersatzbescheinigung ausgehändigt, die dem Arbeitgeber vorgelegt werden muss.

Wieder technische Probleme

Auch dieses Mal führen die Finanzbehörden "bundesweite technische Probleme" als Begründung für die erneute Verzögerung an. So erklärte die Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main, Monika Stasch, gegenüber unserer Zeitung: "Gründe hierfür sind Verzögerungen bei der technischen Erprobung des Abrufverfahrens. Erst durch eine weitere Erprobung mit Pilotarbeitgebern kann sichergestellt werden, dass die gespeicherten Lohnsteuerabzugsmerkmale den Arbeitgebern zur Verfügung gestellt und zu einem zutreffenden Lohnsteuerabzug bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern führen." Im Gegensatz zu einem Umstieg während des laufenden Jahres, so Stasch weiter, stelle die Einführung des neuen Verfahrens zum Jahresanfang eine wesentliche Vereinfachung für die Arbeitgeberseite dar.

Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL)  hingegen sieht die neuerliche Verschiebung in einer unzureichenden Planung und Vorbereitung begründet. Der NVL kritisiert, dass noch immer keine Möglichkeiten zum Datenabruf zur Verfügung stünden.

So oder so bleibt offen, wie viel  Geld die verpatzten Einführungsversuche den Steuerzahler bisher gekostet haben.

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