Probleme bei der Abwicklung eines Nachlasses sind nicht zu unterschätzen

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Robert Ingenbleek, Rechtsanwalt und Notar

Wer ein Testament errichtet, möchte, dass nach seinem Tod eine gerechte und zügige Verteilung des Nachlasses unter Sicherung des Familienfriedens er

Wer ein Testament errichtet, möchte, dass nach seinem Tod eine gerechte und zügige Verteilung des Nachlasses unter Sicherung des Familienfriedens erfolgt. Auch sollen der Ehepartner oder andere Familienmitglieder finanziell abgesichert werden. Diese Ziele lassen sich oft besser verwirklichen, wenn die Verantwortung für die Nachlassabwicklung oder -verwaltung einem unabhängigen Testamentsvollstrecker übertragen wird.Mehrere Erben können den Nachlass nur gemeinschaftlich verwalten, wesentliche Entscheidungen müssen einstimmig erfolgen. Viele Verwandte haben sich im Zuge der Erbauseinandersetzung schon zerstritten. Der Testamentsvollstrecker dagegen ist zu Objektivität und Neutralität verpflichtet und kann bei aufkommendem Streit sachlich vermitteln.Niemand sollte die Abwicklung eines Nachlasses unterschätzen. Die Aufgabe umfasst viele rechtliche und wirtschaftliche Schritte, wie etwa die Sicherung des Nachlasses, wenn nötig eine Wohnungsauflösung, die Sichtung aller Unterlagen sowie die Erstellung des Nachlassverzeichnisses, notwendige Kündigungen, ja selbst die Abgabe der Erbschaftssteuererklärung.Ein Testamentsvollstrecker setzt die Anweisungen und Richtlinien des Verstorbenen nach dem Wortlaut und Geist seines Testaments um. Dazu muss die Testamentsvollstreckung nur im Testament angeordnet werden. Die Einsetzung eines Ersatz-Vollstreckers ist ebenfalls sinnvoll. Das Amt selbst erfordert neben der fachlichen Kompetenz ein hohes Maß an Sorgfalt, Entscheidungs- und Durchsetzungskraft sowie die Fähigkeit zum Ausgleich und innere Unabhängigkeit. Ein juristischer Laie ist in der Regel mit der umfangreichen und komplizierten Nachlassabwicklung überfordert, was zu erheblichem Schaden führen kann.Die Möglichkeit, eine Testamentsvollstreckung im Testament anzuordnen und damit einen Fachmann zu betrauen, sollte daher genutzt werden.

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