Wie sinnvoll ist Selberzahlen beim Arzt?

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Junge Christdemokraten fordern Konzept gegen den Aerztemangel. Foto: Archiv

Immer häufiger bieten Arztpraxen ihren Patientinnen und Patienten Leistungen zum Selberzahlen an, sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL

Immer häufiger bieten Arztpraxen ihren Patientinnen und Patienten Leistungen zum Selberzahlen an, sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Die Betroffenen stehen dann vor einer Reihe von Fragen: Wie sinnvoll ist die Untersuchung oder Behandlung für mich? Warum bezahlt das nicht meine Krankenversicherung? Wo kann ich mich näher dazu informieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt jetzt die kostenlose Informationsbroschüre des Bundesverbraucherministeriums "Individuelle Gesundheitsleistungen – Ein Ratgeber für Verbraucher" im handlichen Postkartenformat.

Knapp und übersichtlich präsentiert das 32 Seiten dünne Booklet die zehn wichtigsten IGeL-Fragen auf einer heraustrennbaren Checkliste. Diese Fragen sollte jeder guten Gewissens mit "ja" beantworten können, bevor er einer IGeL zustimmt und sie bezahlt. So sollte jeder Patient, jede Patientin prüfen: Habe ich einen schriftlichen Kostenvoranschlag und ein Vertragsformular mit Angabe der Kosten erhalten? Weiß ich genau, welche Leistung mir zu welchem Preis angeboten wird? Habe ich bei teuren IGeL verschiedene Angebote verglichen?

Zugleich gibt der IGeL-Ratgeber handfeste Verbrauchertipps wie diesen: "Eine IGeL müssen Sie nur dann bezahlen, wenn Sie - als Versicherter der gesetzlichen Krankenversicherung - eine schriftliche Vereinbarung (Vertrag) geschlossen und eine Rechnung erhalten haben." Bei einer IGeL gilt: Der Patient oder die Patientin entscheidet. Vor dieser Entscheidung für oder gegen eine IGeL ist es wichtig, sich umfassend und unabhängig zu informierten. Der IGeL-Ratgeber zeigt, wo und wie dies möglich ist und hilft, seriöse von werblichen Angaben zu unterscheiden.

Wie lehne ich eine IGeL ab?

Mit dem Arzt über Leistungen und Preise zu sprechen, ist für viele Patienten ungewohnt. Der IGeL-Ratgeber gibt deshalb Gesprächstipps, welche Fragen die Patienten in der Sprechstunde stellen sollten. Zudem liefert er konkrete Formulierungshilfen wie diese: "Vielen Dank, dass Sie mir diese zusätzliche Behandlungsmöglichkeit vorgestellt haben. Ich möchte darauf verzichten."

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind Untersuchungen und Behandlungen, die nicht zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen zählen. Sie werden zuweilen auch als "Zusatzleistungen", "Servicemedizin" oder "Komfortmedizin" angeboten. Typische IGeL sind zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen zur ergänzenden Krebsfrüherkennung oder die Messung des Augeninnendrucks zur Früherkennung der Augenkrankheit Grüner Star, alternative Heilverfahren wie etwa die homöopathische Medizin, bestimmte Psychotherapien, Reiseimpfungen und Fitness-Checks oder die professionelle Zahnreinigung.

Kostenlos bestellen oder downloaden

Der Ratgeber kann kostenfrei bezogen werden über: Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09, 18132 Rostock. Er steht zudem zum Download im Internet bereit unter der Adresse www.bmelv.de/igel. Unter dieser Adresse finden sich zusätzliche Serviceangebote rund um IGeL, wie zum Beispiel ein interaktiver Videoclip.

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