Der Streit ums Grab

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Hartmut Mitze, Rechtsanwalt und Notar.

Eine der ersten Fragen nach dem Tod eines Menschen ist die nach der Bestattung. Die in Deutschland allgemein geltende Bestattungspflicht regelt, dass

Eine der ersten Fragen nach dem Tod eines Menschen ist die nach der Bestattung. Die in Deutschland allgemein geltende Bestattungspflicht regelt, dass ein Verstorbener bestattet werden muss. Dies muss nach den meisten landesrechtlichen Vorschriften innerhalb relativ kurzer Fristen geschehen (Hessen: 48 bis 96 Stunden). Es ist nicht zulässig, eine Urne zuhause aufzubewahren oder im Garten zu vergraben.Eine Ausnahme vom Friedhofszwang stellt die Seebestattung dar. Da das Bestattungsrecht Sache der Bundesländer ist, gibt es unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen. Die Bandbreite der Regelungen reicht dabei vom Antrag auf Entbindung vom Friedhofszwang bis zur völligen Gleichstellung mit anderen Bestattungsformen. Hessen verweist auf das Recht der an die Nord- und Ostsee angrenzenden Bundesländer.Als weitere besondere Bestattungsform sind die so genannten Friedwälder entstanden, in denen Urnen unter Bäumen eingegraben werden.Das Entscheidungsrecht über die Bestattung haben die nächsten Angehörigen, d. h. Ehegatten, Kinder oder Eltern. Derjenige, der nach diesen Einzelregelungen für die Bestattung verantwortlich ist, hat zugleich das Recht der Totenfürsorge. Dieses regelt die Art und den Ort der Bestattung. Bei der Wahl der Bestattungsform ist in jedem Fall der Wille des Verstorbenen zu achten und zu befolgen. Wer für seinen Tod konkrete Anweisungen geben möchte, sollte dies nicht in seinem Testament niederlegen, da dieses meist erst später eröffnet wird, die Bestattung aber schnell erfolgen muss. Eine schriftliche Anweisung bei den persönlichen Unterlagen und ein Gespräch mit den möglichen Totenfürsorge-Berechtigten sind angeraten.Ein häufiger Streitpunkt sind auch die Kosten für die Beerdigung. Da es nur noch ganz selten Sterbegelder gibt und die wenigsten Verstorbenen eine Beerdigungsversicherung abgeschlossen haben, geht der Streit über die Kosten oft gleich nach der Beerdigung los. Findet sich in der Eile kein Verantwortlicher für die Bestattung, übernimmt das Ordnungsamt und zieht dann die Bestattungspflichtigen zur Kostenerstattung heran.Die Kosten für die Grabstätte und die Grabpflege treffen die Erben. Diese Kosten stellen normalerweise keine Nachlassverbindlichkeiten dar, die die Pflichtteilsansprüche beeinträchtigen. Sollen auch die Pflichtteilsberechtigten anteilig mit Grabpflegekosten  belastet werden, ist es ratsam, bereits zu Lebzeiten einen Grabpflegevertrag abzuschließen. Solche, noch vom Erblasser begründeten Zahlungsverpflichtungen stellen Nachlassverbindlichkeiten dar.

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