Tausend kleine Sachen

Auf dem Dippenmarkt gibt es fr Jeden etwas zu kaufen Bad Hersfeld. Der Lollsmittwoch, 17.Oktober, steht wie immer im Zeichen des Lulluskra

Auf dem Dippenmarkt gibt es fr Jeden etwas zu kaufen

Bad Hersfeld.Der Lollsmittwoch, 17.Oktober, steht wie immer im Zeichen des Lulluskrammarktes. Dieser Jahrmarkt kann auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurckblicken.

Dem Kirchenfest gewichen

Schon bald, nachdem das Kirchenfest zu Ehren des Klostergrnders Lull entstanden war, entwickelte sich ein bedeutender Markt, zu dem zahlreiche Hndler ihre Waren in die Stadt brachten, denn das Marktrecht war ein Privileg, das in der Regel nur Stdte besaen.

Auch heute, in einer Zeit, in der das riesige Sortiment des Einzelhandels keine Wnsche offen lsst und E-Commerce als das Einkaufen der Zukunft propagiert wird, haben die traditionellen Jahrmrkte ihre Faszination wahren knnen. Das bunte Markttreiben, bei dem Hosentrger, Gemsehobel und Handwerkskunst auf engstem Raum dicht an dicht angeboten werden, bei dem man noch in engem Kontakt zum Verkufer und anderen Kaufwilligen steht, hat eben doch ein besonderes Flair.

Fr den Dippenmarkt, wie die Herschfeller ihn nennen, obwohl nur der Kirchplatz ein Topfmarkt im engeren Sinne ist, bewerben sich jedes Jahr ber 300 Hndler. Aufgrund der begrenzten Standkapazitten knnen davon aber nur zirka ein Drittel zugelassen werden. Alle Verkaufsstnde in einer Reihe aufgestellt ergeben eine Lnge von ber 1.000 Metern.

Zahlreiche Beschicker, vor allem aus dem Ruhrgebiet, stehen nachts auf und fahren um 2 Uhr los, damit sie pnktlich um 6 Uhr zum Aufbau am Marktplatz, Linggplatz, Kirchplatz oder in der Johannesstrae sind. Hndler, die lange Aufbauzeiten haben, wie die Keramiker, die jede Tasse einzeln auspacken mssen, sind meist schon am Vorabend eingetroffen und haben im Hotel bernachtet.

Whrend bei Textilien, Geschenkartikeln und Stahlwaren die Kunden die Ware auf Tischen und an Stndern selbst begutachten und auswhlen, preisen die Marktschreier ihre Waren mit markigen Sprchen an und machen durch das Dazutun weiterer Ware den Kauf zu einem erlebnisreichen Schnppchen. Die Spezialisten und Propagandisten hingegen fhren ihre Waren dem Publikum vor. Erst am Ende der Demonstration knnen die erstaunten Zuhrer Messer, Gemsehobel, Fensterwischer oder Tapezierschiene erwerben. Eine Garantie oder Rckgabemglichkeit ist fr viele solide Marktkaufleute selbstverstndlich.

Unterschiedlich wie die Verkaufsformen ist auch die Beschaffung der Waren. Kunsthandwerker stellen zum Teil ihre Waren selbst her und bieten sie auf dem Weg des Direktmarketings auf Mrkten an. Bei ausgesprochenen Schnppchen-Artikeln handelt es sich hufig um berproduktionen oder Massenimporte, teilweise von Markenartikeln, die in groen Mengen direkt vom Hersteller bezogen werden.

16 Stunden Arbeitstag

Unter Weitergabe des Preisvorteils werden sie dann an den Mann gebracht. Spezialisten bieten nicht selten Artikel an, die es im Einzelhandel noch nicht gibt und deren Marktchancen auf diesem Vertriebweg getestet wird.

Wenn der Markt um 18.30 Uhr endet, ist fr die Markthndler und ihre Mitarbeiter der Arbeitstag noch nicht zu Ende. Erst muss die nicht verkaufte Ware eingepackt und der Stand abgebaut werden, bevor man nach einem langen, nicht selten 16-stndigen Arbeitstag, Zuhause eintrifft.

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