Wohnungsbestand wird geplündert

Mieterbund Nordhessen warntWovor der Mieterbund Nordhessen immer gewarnt hat, wird nunimmer offenkundiger erklrte Geschftsfhrer Ing

Mieterbund Nordhessen warnt

Wovor der Mieterbund Nordhessen immer gewarnt hat, wird nunimmer offenkundiger erklrte Geschftsfhrer Ingo Gro. Groe Finanzinvestitionsgesellschaften, wie die Deutsche Annington oder Fortress (Mehrheitsgesellschafter bei der Gagfah) haben in groem Umfange auch in Nordhessen Wohnungen gekauft, mit der Zielrichtung, kurzfristig hohe Renditen zu erzielen.

Beide handeln nach dem gleichen Muster: Personal abbauen und den Servicesenken, Instandhaltungen mglichst gnzlich einstellen, gleichzeitig die Nebenkosten hochfahren. Die Folgen fr die Mieter werden immer sprbarer: Vernachlssigung des Wohnungsbestandes, weil Reparaturen nicht durchgefhrt werden, dies fhrt zur Verwahrlosung der Wohnquartiere und letztlich mndet dies in einem Leerstand, weil enttuschte Mieter ausziehen. Hierzu tragen auch berhhte Nebenkostenabrechnungen bei, was zu erbosten Mietern fhrt, so zuletzt bei einer spontan von Mietern durchgefhrten Mieterversammlung in Baunatal gegen angestrebte Mieterhhungen, undurchsichtige berhhte Nebenkostenabrechnungen und unterlassene Reparaturen der Gagfah im Bereich der Akazienallee, Dachbergstrae in Baunatal. Bundesweit wird berichtet, dass die Gagfah, immerhin zweitgrter Vermieter in Deutschland mit bundesweit 175.000 Wohnungen, ihren Wohnungsbestand plndert.

Whrend die Aktionre weiterhin hohe Dividenden kassieren, krzt die Geschftsfhrung die Instandhaltungsinvestitionen weit unter die Vergleichswerte anderer Wohnungsunternehmen. Die Renditeerwartungen der Fortres sind nur mglich, wenn die Mietzahlungen steigen und die Bewirtschaftungskosten gesenkt werden. Dies muss auf Teufel komm raus erreicht werden. Die Folgen sind u.a. auch bei Schimmelwohnungen, einsturzgefhrdeten Balkonen, gerissen an der Auenwand, so z.B. der Huser Dachsbergstrae 20 und Dachbergstrae 32 oder Birkenallee 37 allein Baunatal, zu sehen.

Auch klagen Mieter ber den Verwaltungsservice der Deutschen Annington in Kassel, berichtet der Geschftsfhrer des Mieterbundes Nordhessen, Ingo Gro.

Die Klagen von Mietern ber den Verwaltungsservice der Deutschen Annington in Kassel nehmen zu, berichtet der Geschftsfhrer des Mieterbundes Nordhessen, Ingo Gro. In ganz Deutschland werden von der Deutschen Annington insgesamt 217.000 Wohnungen mit 1.302 Mitarbeitern bewirtschaftet. Das waren ber 100 Mitarbeiter weniger, als im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter soll noch weiter reduziert werden. In einzelnenStdten, so auch in Kassel, hat die Deutsche Annington Immobiliengruppe(DAIG) ihren Kundenservice vor Ort eingestellt und die betroffenen Mieter nach Bochum verwiesen.

Die DAIG versucht, dieses Vorgehen als besonderen Kundenservice zu verkaufen: Der Kundenservice sei jetzt unter einer bundesweit einheitlichen Telefonnummer zu erreichen. Der Anruf dort kostet allerdings aus dem Festnetz 3,9 Cent pro Minute. Damit sind die Wege frMieter, die einen aktuellen Wasserschaden oder undichte Fenster melden wollen, weit und teuer. Viele Mieter berichteten, dass sie nach 20 Minuten in einer Warteschleife schlicht abgehngt werden nach dem Motto,auer Spesen nichts gewesen.

Hat ein Mieter einmal Glck, telefonisch durchzukommen und bei der bochumer Servicenummer jemanden zu erreichen, so bedeutet dies aber nicht, dass dann dem Anruf auch die notwendige Instandsetzung auf dem Fue folgt. Die Erfahrungen zeigen, dass auch dies dann gar nicht oder erst auf einem langen Weg geschieht. Es kann ausgeschlossen werden, so Gro, dass der Abbau von ber 200 Arbeitspltzen zu einer Verbesserung der Kundenbetreuung fhrt. Fr ber 1000 Mieter in Kassel bedeutet dies,dass die Befrchtungen des Mieterbundes sich damit bewahrheitet haben, die Privatisierung auf bundesweit agierende Wohnungsunternehmen fhrt zuweiten Wegen, einer mangelhaften Objektbewirtschaftung und einer schlechten Kundenbetreuung.

So ist es inzwischen bei der Deutschen Annington zur Regel geworden, dass auf Mngelbeschwerden, bei deren Nichtbeachtung eine Mietminderung vom betroffenen Mieter vorgenommen wird, statt einer Mngelbeseitigung eine Mahnung wegen Mietrckstandes erfolgt, so als habe der Mieter nie Mngel angezeigt. Dem kann nur durch energisches Handeln jedes einzelnenMieters bei der Durchsetzung seiner Interessen, auch wenn dies mhsam gemacht wird, entgegen getreten werden, am besten mit Hilfe des Mieterbundes Nordhessen.

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