12.000 Kilometer mit dem Motorrad aus Sibirien zu den Kollegen nach Kassel

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Die Biker kommen: Nach 12.000 Kilometern erreichten die Russen am Mittwochnachmittag die Wintershall-Zentrale in Kassel.

Wie wäre es mit einer Reise mit dem Motorrad vom Polarkreis nach Kassel? „Eine verrückte Idee“, sagen Sie. „Ein echtes Abenteuer!“, finden vier begeisterte Motorradfahrer der Stadtverwaltung Nowy Urengoi und des Wintershall- Partnerunternehmens „Gazprom Dobycha Urengoi“. Sie haben sich Ende Juli auf eine insgesamt rund 12.000 Kilometer lange Reise gemacht.

Kassel.  „Sie bibbern damit wir nicht frieren!“, titelte eine deutsche Sonntagszeitung im Winter in dicken Buchstaben über einem großen Foto. Darauf zu sehen: ein deutscher und ein russischer Mitarbeiter des Wintershall- Joint Ventures Achimgaz – bei Schnee und Eis, gemeinsam bei der Arbeit auf einer Bohranlage in Sibirien. Wintershall ist seit über 25 Jahren in Russland engagiert. Eine der wichtigsten Produktionsstätten des Unternehmens liegt in Nowy Urengoi. Im Jahr 2005 initiierte Wintershall anlässlich des 30-jährigen Gründungsjubiläums der westsibirischen Stadt eine Kooperation mit Kassel. Seitdem läuft ein reger Austausch – zwischen Schulen ebenso wie etwa zwischen den Verwaltungen der beiden Städte. Die Sommerferien nutzt der stellvertretende Bürgermeister der sibirischen Kommune, Andrej Kowal, jetzt für einen ganz besonderen Ausflug: Gemeinsam mit drei Mitarbeitern der sibirischen Gazprom-Tochter, mit der Wintershall in Nowy Urengoi eng zusammenarbeitet, und ihren Frauen fährt er auf seinem Motorrad bis nach Kassel. Gestartet sind die Biker bereits Ende Juli.

90jährige Baba Lena als Sozia dabei

Für Kassel hat sich die Gruppe jetzt gemeinsam mit Wintershall etwas Besonderes einfallen lassen: Eine reiselustige Großmutter aus dem sibirischen Krasnoyarsk nehmen die Biker hier auf den Sozius. Die 90jährige Russin Elena Mikhailovna Erkhova (Baba Lena) ist in Russland in den sozialen Medien bekannt geworden. Nach dem Tod ihres Mannes vor sieben Jahren hatte Baba Lena entschieden, die Welt zu bereisen. Im Alter von 83 Jahren machte sie ihre erste Auslandsreise – ihr Enkelsohn postete dies auf Instagram. Seitdem verfolgen Zehntausende die Reisen der Rentnerin. Zur documenta14 kommt die Weltenbummlerin jetzt nach Kassel – mit Unterstützung einer Fluggesellschaft und der Wintershall.

Herzlicher Empfang in Kassel: (v.li.)  Ingo Neubert, Stellvertretender Generaldirektor von Achimgaz (Joint Venture von Wintershall in Nowy Urnagoi), Andrei Kowal, stellv. Oberbürgermeister Nowy Urengoi, Thilo Wieland, Russland-Vorstand Wintershall, Baba Lena, Instagram-Star aus Russland, Sergei Sesjulin , stellv. Leiter der GDU-Autowerkstatt , Anatoli Sarachman, Leiter GDU-Instandhaltungsdienste und  Igor Dubov, stellv. Stadtverordnetenvorsteher und Vorsitzender der GDU-Gewerkschaft. 

Die Eintrittskarte zur internationalen Kunstausstellung für Baba Lena spendiert der Oberbürgermeister der Stadt Kassel. „Tatendrang und Pioniergeist, die Lust Neues zu entdecken, das zeichnet unsere russischen Kollegen und Gäste aus. Und diese Leidenschaften teilen wir“, erklärt Thilo Wieland, der als Vorstand bei der Wintershall für das Öl- und Gasgeschäft in Russland verantwortlich ist. Die Motorrad-Crew aus der Stadt am Polarkreis legt insgesamt rund 12.000 Kilometer durch zwei Kontinente, 14 Länder und 30 Städte zurück.

Im Rahmen eines feierlichen Empfangs wurden die „Easy Rider“ aus Sibirien zunächst vor der Wintershall-Firmenzentrale und anschließend im Kasseler Rathaus geehrt.

 „Wir möchten uns bei all jenen bedanken, die viel Herzblut und Zeit investieren, um diesen wichtigen und persönlichen Dialog zu ermöglichen. Es ist uns eine große Freude, die Biker aus Nowy Urengoi zu empfangen und ein Zeichen für Partnerschaft und Dialog zu setzen“, so Wieland.

Städte kooperieren

Die Städtekooperation zwischen Kassel und dem russischen Nowy Urengoi ist in den zwölf Jahren ihres Bestehens zu einem festen Bestandteil des deutsch-russischen Austausches geworden. Neben einem regelmäßigen Schüleraustausch zwischen dem Kasseler Friedrichsgymnasium und dem Gymnasium Nowy Urengoi hat sich im Laufe der Jahre auch eine Zusammenarbeit in der Verwaltung etabliert. Im Rahmen der jährlich stattfindenden „Summer & Winter Schools“ besuchen abwechselnd Angestellte des öffentlichen Dienstes aus beiden Städten die jeweilige Partnerstadt. Seither ist die Zusammenarbeit stetig gewachsen und wurde durch persönliche Kontakte vertieft. Der Oberbürgermeister von Kassel, Christian Geselle, weiß den Wert dieser Verbindungen zu schätzen: „Die Zusammenarbeit zwischen Kassel und Nowy Urengoi zeigt, dass über die Jahre neben dem fachlichen Austausch auch tief verwurzelte Freundschaften auf allen Ebenen entstanden sind. Davon profitieren beide Seiten.“

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