Moderater Anstieg der am Corona-Virus Erkrankten in Hessen

Aktuelle Bestandsaufnahme von Hessens Sozialminister Kai Klose am Mittwochmittag

Wiesbaden - Die Zahl der positiv auf eine Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 getesteten Menschen steigt in Hessen weiterhin moderat an. Ebenso  die Zahl der an COVID-19 erkrankten und stationär Aufgenommenen. „In den kommenden Wochen wird die medizinische Versorgung in Hessen absehbar stark in Anspruch genommen. Deshalb sind die bereits ergriffenen Maßnahmen, um der weiteren Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken, so wichtig. Unser wichtigstes gemeinsames Ziel ist, die Zahl der Menschen, die schwer erkranken und stationär versorgt werden müssen, so niedrig wie möglich zu halten, damit unser Gesundheitssystem sie alle bestmöglich versorgen kann“. Dies betonte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, am Mittwochmittag bei einer so genannten "digitalen Pressekonferenz" mit Stefan Becker, Professor für Virologie und Leiter des Instituts für Virologie an der Philipps-Universität Marburg.

„Wir bauen gemeinsam mit den hessischen Krankenhäusern und ihren Trägern die Kapazitäten der Intensivversorgung, besonders der Beatmung, aus“, erklärte Klose. Mit Stand vom 31. März, 11 Uhr, waren  in den hessischen Krankenhäusern 12.192 Betten frei (stationäre Betten inklusive der Beatmungs- und Intensiv-Überwachungsbetten). Dies sind 2.475 Betten mehr als noch am 22. März. Dieser Zuwachs an Kapazität zeige  deutlich, dass der Ausbau der Krankenhäuser und das Verbot nicht medizinisch dringlicher Eingriffe wirken.

Die Gesamtanzahl der COVID-19 Patienten in den hessischen Krankenhäusern lag mit Stand 31. März  bei 772, davon waren 175 beatmungs- und intensivüberwachungspflichtig. Weitere 35 Personen waren intensivüberwachungspflichtig, müssen jedoch nicht beatmet werden. Die Beatmungsbetten werden sich in den nächsten Tagen zusätzlich erhöhen. Die Möglichkeiten zur Beatmung wurden in den letzten Tagen massiv ausgeweitet: "Statt rund 1.200 Betten mit Beatmung stehen jetzt fast 1.900 Betten mit Beatmung zur Verfügung. Weitere Betten mit Beatmung kommen hinzu, wenn unser Zehn-Millionen- Euro-Beschaffungsprogramm für Beatmungsgeräte greift und die Geräte in den Krankenhäusern ankommen". Dieses Programm ermögliche  den Krankenhäusern den Einkauf von weiteren 380 Beatmungsgeräten. Auch die Zahl der überwachten Betten sei erheblich angestiegen:  Statt 860 stehen jetzt fast 1.100 überwachte Intensivbetten zur Verfügung.

Ab Mittwoch sind alle Einrichtungen verpflichtet, ihren Bestand an Beatmungsgeräten den Gesundheitsbehörden zu melden. Diese Meldepflicht besteht für Einrichtungen, nicht für Privathaushalte. Eine Übersicht der meldepflichtigen Einrichtungen ist samt Meldeformular unter www.soziales.hessen.de abrufbar.

Zudem gilt ab sofort n Krankenhäusern, Entbindungseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Altenheimen ein generelles Besuchsverbot. Ausnahmen sind in Härtefällen und für besondere Berufsgruppen weiterhin möglich. Härtefälle sind beispielsweise die medizinisch gebotene Anwesenheit des Vaters bei Geburt eines Kindes oder der letzte Besuch bei sterbenden Familienangehörigen.

„Mit der Herstellung von Impfstoffen gegen das neue Corona-Virus verbindet sich eine große Hoffnung auf Eindämmung der Pandemie. Die Zeitschiene bis zur Verfügbarkeit von Impfstoffen ist immer noch nicht genau abzuschätzen. Durch die Anstrengung aller bei dem Prozess Beteiligten wird es wahrscheinlich möglich sein, dass die ersten Testungen am Menschen im zweiten Halbjahr 2020 erfolgen können", so Virologe Stefan Becker.

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