21-Jähriger geht nach Messerattacke drei Wochen in Jugendarrest

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Im Fall einer Messerattacke auf dem Brunnenfest in Homberg vor einem Jahr lagen die Einschätzungen des Staatsanwalts und des Gerichts weit auseinander.

Der 21-jährige Angeklagte soll dabei eine junge Frau mit einem Taschenmesser lebensgefährlich verletzt haben. Verhandelt wurde vor dem Alsfelder Jugendschöffengericht.

Staatsanwalt fordert vier Jahre Jugendstrafe

Während der Staatsanwalt vier Jahre Jugendstrafe beantragte, schädliche Neigungen und eine Schwere der Schuld gegeben sah, blieb das Gericht bei einem Jugendarrest von drei Wochen. Die Haftstrafe solle als Warnschuss dienen, damit der Jugendliche verstehe, was passiert sei und Zeit zum Nachdenken habe. Gegen das Urteil können Rechtsmittel eingelegt werden. Ausgesetzt ist die Strafe drei Jahre auf Bewährung. Sollte der Jugendliche in dieser Zeit straffällig werden, steht ihm eine zweijährige Jugendhaftstrafe bevor.

Frau schwebt nach Messerstich in Lebensgefahr

Zum Hintergrund: Die Tat ereignete sich vor einem Jahr auf dem Brunnenfest in Homberg. Dabei soll der 21-jährige Angeklagte mit einem Gleichaltrigen aus einer Fünfergruppe in Streit geraten sein. Zu dieser Gruppe gehörte auch dessen Freundin. Bei dem Versuch, ihren Freund aus dem Geschehen wegzuziehen, wurde sie vom Angeklagten lebensbedrohlich mit einem Taschenmesser verletzt.

Völlig unklar, wie es genau zum Messerstich kam

Wie es genau zu dieser Stichverletzung mit einem Taschenmesser kam, blieb bis zum Ende der Verhandlung völlig unklar. Milz und Lunge wurden durch einen einzelnen Stich in Mitleidenschaft gezogen. Die junge Frau konnte nur durch eine Not-OP gerettet werden. Zurück blieb eine wulstige Narbe, durch die sich die junge Frau dauerhaft entstellt fühlt. Strafmildernd berücksichtige der Richter die Persönlichkeit des Angeklagten: Ein Opferausgleich habe bereits stattgefunden. Auch die alkoholbedingte Enthemmtheit wertete der Richter zu dessen Gunsten. Es sei dokumentiert, dass sich der Angeklagte mehrfach beim Opfer entschuldigte und der Streit an jenem verhängnisvollen Abend nicht aus reiner Willkür, sondern aus persönlicher Betroffenheit entstanden sei.

Deshalb erkenne der Richter keine schädlichen Neigungen und keine persönliche Gefährlichkeit beim Angeklagten. Auch sei erkennbar, dass weder Täter noch Opfer die Schwere der Verletzung an diesem Abend erkannt haben und dass die Zeugen aus der Fünfergruppe falsch ausgesagt haben, um den Angeklagten zu belasten, wie der Richter abschließend bemerkte.

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