Achtung, Einbruch: Ob ein Haus diebstahlsicher ist, weiß Polizei

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Vor Ort erklärt Wolfgang Keller, Polizeipräsidium Vogelsberg, ob das Zuhause von Erika Diebel sicher ist.

Von Daniela Eichelberger

Alsfeld. Etwa ein Jahr ist es jetzt her, dass Erika Diebel auf dem Alsfelder Stadtfest im dichten Gedränge bestohlen worden ist. Von einem Mann mit Cowboyhut, das Portemonnaie glaubte sie sicher an ihrem Körper. Ob ihre Wohnung in puncto Sicherheit auf dem neuesten Stand ist, erklärte ihr Pressesprecher der Polizei, Wolfgang Keller, bei einem Termin vor Ort.

Vorteilhaft ist, dass ihre Wohnung im ersten Stock liegt. Denn Diebe sind meist nur mit wenig Werkzeug unterwegs, etwa einem Schraubendreher oder einem Geißfuß. Eine Leiter, um in die oberen Stockwerke zu gelangen, hat wohl keiner dabei. Bevorzugt werden Terrassentüren und ebenerdige Fenster, gefolgt von Haustüren. Mit einer einfachen Umrüstung lassen sich auch ältere Haustüren gut sichern, „doch einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht”, warnt Keller.

Erklärt die Möglichkeiten einer staatlichen Förderung bei Umbaumaßnahmen: Wolfgang Keller, Polizeipräsidium Vogelsberg, im Gespräch mit Erika Diebel.

Aber je länger es dauert, in ein Haus einzudringen, umso eher gibt der Einbrecher sein Vorhaben wieder auf oder sucht sich ein einfacheres Objekt. Beim Kauf neuer Türen und Fenster oder auch Rollläden sollte man mindestens die Widerstandsklasse (RC) 2 verlangen und Türen nach DIN EN 1627 einbauen. Diese Türen haben ein starkes Türblatt, sind mehrfach verriegelt und haben einen Spion. „Früher brauchte es noch keine ausgefeilte Technik, um eine Tür zu öffnen”, weiß Diebel. Ihr Vater war Schmied. Sperrte sich einer seiner Kunden zu Hause aus, kam er mit einem großen Schlüsselbund und half, die Haustür zu öffnen. Ihre Tür ist gut beleuchtet von einer Straßenlaterne. Das mögen Einbrecher nicht.

Keller empfiehlt, dunkle Ecken mit einem Strahler samt Bewegungsmelder hell zu bekommen. Dieser sollte sich außer Reichweite eines Diebes befinden. Die Widerstandsklasse (RC) 2 wird ebenso für Fenstergitter angegeben. Diebels Fenster, alle im ersten Stock, brauchen kein Gitter. Überhaupt sind ihre Fenster vorbildlich mit Pilzköpfen gegen ein Aufhebeln und abschließbaren Fenstergriffen ausgestattet. „In der Urlaubszeit ist eine gute Nachbarschaft, die sich um den Briefkasten und das Haus kümmert, nützlich.

Ebenso wie Lichtzeitschaltuhren, die zu unterschiedlichen Zeiten die Wohnräume beleuchten”, rät Wolfgang Keller. Umrüstungen zum Beispiel zu einer Klingelanlage mit Videosprechanlage, wie Diebel sie besitzt, werden vom Staat für Privatpersonen gefördert. Im Vogelsbergkreis ist die Zahl der Einbrüche in Wohnhäuser im Vergleich zu letztem Jahr etwas zurückgegangen. Gründe dafür sieht Keller in vermehrten Kontrollen, Bestreifung und guten Präventionsmaßnahmen zu „Wachsamer Nachbar” oder eben die Aufklärung über Schutzmaßnahmen, wie Diebel sie in Anspruch genommen hat.

Wolfgang Keller vom Polizeipräsidium Osthessen, dessen Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Lauterbach angesiedelt ist, vereinbart telefonisch unter 06641-971-130 Beratungstermine.

Die Polizei rät

Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab.

Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.

Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck.

Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.

Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück.

Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit – auch nicht in sozialen Medien.

Antrag auf Förderung

Für die Umsetzung einzelner Maß­nahmen an bestehenden Wohn­gebäuden können Sie die Förder­produkte der KfW nutzen. Anträge dazu sind einfach online auf der KfW-Seite auszufüllen. Weitere Informationen finden sich unter www.kfw.de/einbruchschutz.

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