Ärgernis Marderbiss - Was hilft und was nicht?

+
Wenn Mardermännchen unter ihrer Motorhaube plötzlich den Geruch eines fremden Artgenossen wittern, beißen sie zu: häufigste Beute sind Brems- und Kühlwasserschläuche.

Jede Nacht geht in ihrem Hof, in dem sie ihr Auto parkt, das Licht an. Ein Bewegungssensor reagiert auf die Umgebung und schaltet gegebenenfalls die Lampen an. Was Lisa aus Alsfeld dann sieht, bereitet ihr Sorgen.

Seit einigen Wochen haben es sich zwei Marder unter ihrem Auto gemütlich gemacht und tollen Nacht für Nacht im Hof herum. Die Tiere haben seit Ende Juni Paarungszeit.

Die zwei Marder in Lisas Hof haben im Motorraum bereits Spuren hinterlassen, zum Beispiel Dichtungen und Dämmstoffe angenagt. Jetzt ist guter Rat teuer, denn Marderbisse können den Autobesitzer teuer zu stehen kommen. Häufig übernehmen die Versicherungen nur die Kosten der direkt beschädigten Teile und nicht mögliche Folgeschäden. Etwa solche, die entstehen, wenn ein zerbissener Kühlwasserschlauch zu Schäden am Motor führt.

Dass es zu solchen großen Schäden gar nicht erst kommt, soll eine Vielzahl an Hilfsmitteln verhindern können: Von Knoblauch über Hundehaare bis hin zu Ultraschall. Doch was hilft wirklich?

Motorwäsche gegen Duftspuren

Wer Spuren am Auto findet, sollte eine fachgerechte Motorwäsche machen lassen, rät der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Denn Duftspuren von Artgenossen steigern die Aggressivität.

Daher seien oft Autos betroffen, die häufig an verschiedenen Orten parken und somit in wechselnden Revieren unterwegs sind. Hier könnten regelmäßige Motorwäschen Abhilfe schaffen.

Bissfestes Plastik verwenden

Wirksam sei auch eine Abschottung für den Motorraum, die manche Autohersteller als Nachrüstung oder bereits ab Werk anbieten, so der GDV. Günstiger, aber unpraktischer, weil sie vor dem Losfahren entfernt werden müssen: elastische Drahtgitter unter der Motorhaube. Einen solchen wackeligen Untergrund mögen Marder nicht. Im Internet lassen sich Anleitungen zum Selberbauen finden – eine günstige Möglichkeit, die Eindringlinge fernzuhalten. Kabel und Schläuche mit bissfesten Hartplastik zu ummanteln, kann ebenfalls helfen. Beim Einbau müsse beachtet werden, dass die Ummantelungen nicht mit den heißen Teilen des Motors in Berührung kommen. Gummiteile wie Manschetten oder Dämmstoffe sind den Bissen weiterhin schutzlos ausgeliefert.

Elektroschocks gegen Marder

Lisa hat sich für eine andere Alternative entschieden. Mehrere Werkstätten hatte sie zuvor um Rat gebeten. Der Konsens: Das Einzige, was langfristig helfe, sei ein Elektroschockgerät. Dabei werden im Motorraum an verschiedenen Stellen Elektroden angebracht. Im Prinzip funktioniert dieses System wie der elektrische Weidezaun auf der Kuhwiese: Berührt der Marder die blanken Metallplatten, erhält das Tier einen Stromschlag, erschrickt und verzieht sich. Für den Einbau zahlt Lisa in einer Werkstatt rund 200 Euro. Doch das sei es ihr Wert, um nachts wieder in Ruhe schlafen zu können und sich sicher zu sein, dass das Auto am nächsten Morgen noch fährt.

Diese Mittel helfen nicht gegen Marder

Eher unwirksam sei laut GDV die Geruchsabschreckung etwa mit Hundehaaren, Mottenkugeln, WC-Steinen oder Knoblauch. Das bestätigt der ADAC. Die Tiere gewöhnen sich schnell an die Düfte. Zudem reiche eine Fahrt im Regen, um die Stoffe abzuwaschen. Ultraschallwellen können Abhilfe schaffen. Doch im verwinkelten Motorraum werden die für die Tiere schmerzhaften Wellen oft blockiert, was den Effekt mindert, sagt der GDV. Und die Tiere gewöhnen sich daran, weswegen sie wenig gegen Marderbisse helfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Sorry, kein Empfang... Funkloch-Karte zeigt "weiße Flächen" auch im Vogelsberg

Seit gut einem Jahr kann jeder Handynutzer die Nichtverfügbarkeit von Mobilfunknetzen dokumentieren – mit der Breitbandmessung-App der Bundesnetzagentur, besser bekannt …
Sorry, kein Empfang... Funkloch-Karte zeigt "weiße Flächen" auch im Vogelsberg

Alsfeld: Zeugenaufruf nach gefährlicher Körperverletzung

Am Sonntagmorgen, 17. November, geriet gegen 6.30 Uhr ein 45-jähriger Mann aus Österreich nach einem Kneipenbesuch in der Obergasse in eine körperliche …
Alsfeld: Zeugenaufruf nach gefährlicher Körperverletzung

Ausbildungsmarkt: Weniger Bewerber, weniger Stellen

Im Vogelsbergkreis wurden insgesamt 724 ausbildungsplatzsuchende Jugendliche seit Oktober 2018 registriert. Die Arbeitsagentur verzeichnet damit einen Rückgang um 52 …
Ausbildungsmarkt: Weniger Bewerber, weniger Stellen

Das November-Rezept: Cappuccino von der Marone

Herbst- und Winterzeit ist Maronenzeit. Bei diesem einfachen Rezept kommt die Edelkastanie als Cappuccino um die Ecke – der Milchschaum macht es möglich.
Das November-Rezept: Cappuccino von der Marone

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.