Ahleburg Helau! Männerballett als krönender Abschluss

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Wie es leibt und lebt: Das Altenburger Männerballett auf der Bühne im vergangenen Jahr.

In Zeiten, in denen sich Männerballetts immer mehr mit jugendlichen, athletischen Körpern und akrobatischen Hebefiguren und ausgeklügelten Choreografien präsentieren, sind sie erfrischend "old school": die Altenburger Männer.

Sie halten gemeinsam mit ihren Trainerinnen Sabrina Kalbfleisch, Tina Kröning und Nadine Wolf alljährlich die Fahne aus viel Slapstick, Tanz und ganz viel Männlichkeit in den besten Jahren – gerne in Frauenkleidung – hoch. Doch dieses Mal wird alles anders. Das zumindest gaben die Trainerinnen bekannt, die die traditionsreiche Aufführung zum Altenburger Fasching erstmals ohne Frauenrolle und mit etwas weniger unbekleideten Körpern planen. Was genau das sein wird, wird natürlich noch nicht verraten, nur so viel: Man darf auch in diesem Jahr wieder sehr gespannt darauf sein, was sich Trainerinnen und Tänzer ausgedacht haben.

Seit November letzten Jahres treffen sie sich einmal in der Woche, mit dabei: Sekt für die Trainerinnen und Bier für die Tänzer: „Schließlich muss Mann ja seine Figur halten“, lachen die Herren, die jedes Jahr wieder jede Menge Spaß mitbringen. Und nicht nur das: „Die Jungs werden jedes Jahr besser“, freut sich Sabrina Kalbfleisch, wie ihre Mitstreiterinnen seit der Neuauflage des Altenburger Faschings vor sechs Jahren mit dabei. „Auch wenn es manchmal echt stressig ist: Wir können es einfach nicht lassen", sind sich die Damen einig. Und so fängt es spätestens Ende des Sommers an zu rumoren. Bei ersten Übungen in den heimischen Wohnzimmern kommen die ersten Ideen angeflogen, Einfälle, welche Musik man nehmen könnte, und welche Geschichte das Ballett erzählen möchte.

Denn das ist ihnen wichtig. „Natürlich wissen wir, dass es in erster Linie auf den Tanz ankommt, auf die Stimmung und die gute Laune, aber wir haben immer einen roten Faden, der sich durch den Auftritt zieht. „Das ist nicht nur für uns sehr hilfreich, sondern wertet den Tanz auch auf“, so Nadine Wolf. Trotz Klamauk und des zu später Stunde – schließlich ist das Männerballett immer der krönende Abschluss der Altenburger Faschingsveranstaltung – etwas angestiegenen Alkoholpegels, haben die Tänzer und ihre Trainerinnen also auch einen künstlerischen Anspruch, auf den man sich in diesem Jahr ganz besonders freuen darf, denn es wird ein Treffen mit alten Bekannten geben, soviel steht jetzt schon fest.

„Neu ist in diesem Jahr wirklich, dass wir auf eine explizite Frauenrolle verzichten und dass wir uns ein wenig Frischfleisch aus der Nachbarschaft dazugeholt haben“, verrät Kröning augenzwinkernd mit Blick auf drei Gasttänzer, die sich sehr gut in das eingespielte Team integriert haben. Schon von Anfang mit dabei ist dagegen Thomas Scheuer. Er sticht schon allein wegen seiner Statur oft aus den anderen Tänzern heraus, noch dazu wurde er bisher immer mit den Frauenrollen bedacht – zur großen Freude des Publikums, verkörperte er damit doch perfekt das Klischee des in sexy Frauenkleider gesteckten Mannes, dessen Grazie durchaus noch Verbesserungspotenzial hat.

„Ich habe das schon immer gerne gemacht. Es ist einfach so witzig. Wir Tänzer haben untereinander so einen Spaß beim Üben, und unsere Trainerinnen sind sehr verständnisvoll“, lacht er, der wie die anderen in den vergangenen Jahren viel, genauer gesagt, sehr viel Figur gezeigt hat. Im echten Leben ist er Maler, seine Mittänzer sind Geschäftsführer, Verkaufsleiter, arbeiten auf Ämtern, in Werkstätten oder Büros – eine bunte Mischung aus Männern, die zum Fasching gerne alle Fünfe grade sein lassen und sich auch vor der einen oder anderen Peinlichkeit nicht fürchten: „Es ist Fasching – was soll’s?“, lautet die Devise, nicht die schlechteste für die fünfte Jahreszeit. Am 3. Februar, sicher nach Mitternacht, werden die Jungs ihren Auftritt haben. Die Kostüme sind komplett, geändert und angepasst, die Choreographie sitzt und bald gehört auch diese Inszenierung der Vergangenheit an. Natürlich nicht, ohne in Altenburg für jede Menge Stimmung und gute Laune gesorgt zu haben. Denn worauf man sich auf jeden Fall freuen darf, versprechen die motivierten Tänzer, ohne zu viel zu verraten: „Es wird wirklich, wirklich heiß!“

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