Alsfeld braucht mehr Kita-Plätze! Aber woher?

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Bürgermeister Stephan Paule versucht den Anwesenden die recht komplexen Auswertungen der Studie zu erläutern. Vorne links: Architekt Karl-Heinz Geißler.

Ein Kita-Neubau am Reibertenröder Weg oder an der Carl-Metz-Straße? Die Kita Schellengasse und die Alsfelder Krabbelstube fallen gänzlich weg? Das alles ist zunächst rein theoretisch, wurde aber vergangenen Montag in einer gemeinsamen Sitzung als Möglichkeit untersucht.

Da nämlich versammelten sich in der Feuerwache Alsfeld das Stadtparlament, das städtische Bauamt und einige Interessierte – insbesondere Mitarbeiter der hiesigen Kindertagesstätten – um die Vorstellung einer Machbarkeitsstudie, die die Stadt beim Architekten Karlheinz Geißler in Auftrag gegeben hatte, mitzuverfolgen. Dabei ging es um den Ausbau von Kindertagesstätten in Alsfeld. Der Platz reicht zur Zeit schließlich nicht aus, den Kitas fehlt es schlichtweg an Fläche – es besteht Handlungsbedarf.

Aktuell werden im Stadtgebiet elf Kita-Gruppen betreut. Die Studie untersuchte, welche Möglichkeiten bestehen, um in Zukunft mindestens 14 Gruppen beaufsichtigen zu können. Dafür werden verschiedene Alternativen in Betracht gezogen: Ein Neubau an einem der acht möglichen Standorte, die Renovierung der vorhandenen Kitas, ein Anbau an den Kitas oder aber eine Mischung aus allem. Dass es in Zukunft ein Mehrangebot an Betreuungsplätzen geben muss, liegt auf der Hand: „Die Situation ist, dass es schon zur Zeit eine ungebremste Nachfrage auf freie Plätze vor allem im U3-Bereich gibt”, so Bürgermeister Stephan Paule zu Beginn der Sitzung. „Zudem wird die Betreuung für die 3- bis 6-Jährigen ab dem 1. August nächsten Jahres kostenfrei sein.” Das beschloss nämlich die hessische Landesregierung vor wenigen Monaten.

Daher sei es nun wichtig, für die Zukunft – unter den Faktoren des Standortes, der Finanzierung und der Pädagogik – „eine vernünftige Entscheidung zu treffen”, sagte Paule, bevor er das Wort den beiden Protagonisten des Abends, Karlheinz Geißler und seiner Ehefrau Claudia Milbrecht vom Architekturbüro Ruhl und Geissler, das Wort überließ. Bei den beiden Einrichtungen am Rodenberg und Angenrod sei ein Anbau für jeweils zwei Gruppen mit den entsprechenden Nebenräumen möglich, erklärten die Architekten. Eine Gruppe umfasst im U3-Bereich übrigens zwölf Kinder. Die Kostenschätzung am Rodenberg hierzu: 1,55 Millionen Euro. Demgegenüber stehen kalkulierte Kosten für einen Neubau mit mittlerem Standard für sechs Gruppen von etwa 3 Millionen Euro.

Neben der Kita „Angenrod” könnte auch an der Kita „Am Rodenberg” angebaut werden.

Ein Neubau wäre an acht Standorten denkbar. Das Architekturbüro präsentierte jedoch nur die „besten” fünf – ermittelt unter Faktoren wie Lage, Kosten, Erreichbarkeit und einige weitere. Am Reibertenröder Weg, an der Feldstraße, in Bücking West, im Goethepark oder an der Carl-Metz-Straße seien Neubauten denkbar. „Obwohl ich persönlich nicht zur Carl-Metz-Straße raten würde”, so Geißler mit einem Schmunzeln. Natürlich habe er eine Meinung, aber eben keine Stimme.

In Betracht gezogen wird auch, die Schellengasse auf zwei Gruppen zu reduzieren. Oder: Schellengasse und Krabbelstubbe gänzlich wegfallen zu lassen – rein hypothetisch. Eine von vielen Möglichkeiten. Die Parlamentarier haben in den kommenden Wochen und Monaten eine schier unendliche Vielzahl an Optionen, die gut durchdacht werden möchten, um „am Ende eine zukunftsfähige Kita-Situation in Alsfeld aufweisen zu können”, appellierte Paule. Man darf gespannt sein.

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