Alsfeld erfüllt Herzenswünsche mit einem Wünschebaum

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Erste Vorsitzende des Vereins „Alsfeld erfüllt Herzenswünsche“ Julia Schuchard freut sich, mit dem Wünschebaum wieder viel Freude verbreiten zu können.

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit des Wünschens und eine Zeit des Wünscheerfüllens. Mithilfe ihres Wünschebaums möchte der Verein "Alsfeld erfüllt Herzenswünsche" auch in diesem Jahr wieder vielen bedürftigen Menschen ein schönes Weihnachtsfest ermöglichen.

Alsfeld. Wenn an Heiligabend die Familien zusammenkommen, der Braten im Ofen vor sich hin schmorrt und die vielen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum darauf warten, ausgepackt zu werden, dann ist das nicht selbstverständlich. Denn nicht alle Menschen haben die finanziellen Möglichkeiten, sich einen Baum, ein Festtagsessen und Geschenke zu leisten.

Der Verein „Alsfeld erfüllt Herzenswünsche“ stellte deswegen im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen Wünschebaum auf, an dem bedürftige Menschen ihre persönlichen Wünsche aufhängen konnten. So auch in diesem Jahr. Seit Freitag vergangener Woche steht der geschmückte Tannenbaum vor dem Secondhand-Laden des Vereins in der Baugasse. Daran: jede Menge Wünsche – weihnachtlich in Christbaumkugeln oder Weihnachtssterne gesteckt.

Obwohl: So viele Wünsche hängen gar nicht mehr am Baum. „Die Aktion ist gerade erst angelaufen und bereits jetzt können wir sagen, dass viele Wünsche erfüllt werden“, zeigt sich Julia Schuchard, Erste Vorsitzende des Vereins, von der Hilfsbereitschaft der Spender erfreut. Doch ihrer Erfahrung aus dem vergangenen Jahr nach, würden im Laufe der Vorweihnachtszeit mit Sicherheit noch einige Wünsche dazukommen.

Die Wünsche sind anonym aber für jeden einsehbar am Baum platziert. Nur Geschlecht und Alter werden auf den Wunschzetteln vermerkt – und der Wunsch natürlich. „Eine Jeans“. „Prinzessinnen Briefpapier“. „Ein gebrauchtes Handy“. „Ein Friseurbesuch“. Unter vielen ist das eine Auswahl der Wünsche, die in diesem Jahr an den Baum gehängt wurden. „An der Auswahl der Wünsche sieht man, dass das Geld für die Familien oftmals gerade zum Leben reicht“, sagt Schuchard. So wünsche sich zum Beispiel ein Mann ein gebrauchtes Handy, um an Weihnachten seine Familie anrufen zu können.

Ein ganz spezieller Wunsch

Eine krebskranke Mama wünscht sich für ihren Sohn einen Ausbildungsplatz.

„Wünsche dürfen alle Menschen bei uns äußern, die es sich sonst finanziell nicht leisten können“, sagt Schuchard. Aber nicht alle Wünsche sind finanzieller Natur. Am Wünschebaum hängt in einer Christbaumkugel ein ganz spezieller Wunsch. Ein Wunsch, der Schuchard sichtlich nahe geht. „Eine krebskranke Mama sucht für ihren Sohn eine Ausbildungsfortsetzung als Bürokaufmann. Sie möchte ihren Sohn, bevor sich ihr Zustand verschlechtert, abgesichert wissen“, sagt Schuchard. Die Mutter habe bereits zehn Chemotherapien hinter sich, immer wieder bildeten sich neue Metastasen. Ihr 19-jähriger Sohn sei ein guter Schüler gewesen, auch wenn er das Abitur wegen der Diagnose der Mutter und der Erkrankung des Vaters nicht schaffte. Er sei mobil und suche ab Mitte Januar eine Betrieb zur Fortsetzung seiner Ausbildung zum Bürokaufmann im Umkreis von 50 Kilometern um Alsfeld. „Vielleicht findet sich ja ein Unternehmen, das der Familie diesen Wunsch erfüllen kann“, hofft Schuchard.

Möchte jemand einen solchen Wunsch erfüllen, darf er die entsprechende Kugel vom Wünschebaum pflücken und sie mit in den Laden nehmen. Der Verein sammelt die Geschenke schließlich und wird sie an Heiligabend an die jeweiligen Familien überreichen. Der Wünschebaum steht in der Baugasse vor dem Secondhand Shop des Vereins in der Baugasse 1-3. Geöffnet ist der Laden montags und dienstags von 10 bis 14 Uhr sowie donnerstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr. Im vergangenen Jahr wurden übrigens 41 Wünsche erfüllt. In diesem Jahr dauerte es nur zwei Tage, um 13 Wünsche zu erfüllen. Und bis Heiligabend ist noch viel Zeit, um Wünsche erfüllen zu können.

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