Alsfeld: Erlenbad-Betreiber ziehen positives Jahresfazit

+
Die Beckenköpfe im Freibad sind ein jährliches Sorgenkind im Erlenbad. Im Rahmen des 3-Millionen-Investitionsprogrammes soll dieses Problem endgültig gelöst werden. Bürgermeister Stephan Paule, Betriebsleiter Waldemar Dullson, Bäder-Geschäftsführer Ralf Kaufmann und Anja Kierblewski, Inhaberin der PR.Agentur MARLIK, verschaffen sich vor Ort ein Bild.

Gute Nachrichten aus dem Erlenbad: Die Besucherzahlen steigen, die neue Veranstaltungsreihe BäderKultur war ein Erfolg und bis 2023 werden gut drei Millionen Euro in das Hallen- und Freibad der Stadt Alsfeld investiert.

Alsfeld - Dies gaben jetzt Alsfelds Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Stephan Paule, Bäder-Geschäftsführer Ralf Kaufmann und Anja Kierblewski, Marketingbeauftragte der Bäder GmbH, im Rahmen eines Jahrespressegesprächs bekannt.

Die positive Bilanz nach der Freibadsaison 2019 sei die Folge großen Engagements des Erlenbad-Teams. In den letzten zwei bis drei Jahren habe sich das Erlenbad wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung gebracht – durch ein Marketingkonzept, die einhergehende Öffentlichkeitsarbeit und mit den damit zusammenhängenden Attraktivierungen der Angebote sowie der Nutzung von vorhandenen Potentialen. Ein Beispiel dafür sei die dieses Jahr erstmals durchgeführte Veranstaltungsreihe „BäderKultur“, im Rahmen derer das über die Sommermonate leerstehende Hallenbadbecken als außergewöhnlicher Veranstaltungsort genutzt und neue Zielgruppen erschlossen wurden.

Mit Blick auf die vorliegenden Zahlen gab Ralf Kaufmann eine Rückschau auf die vergangenen Jahre, in denen die positive Tendenz deutlich festzumachen ist. Alleine die Freibadsaison – nach dem Rekordsommer vom letzten Jahr wieder ein normaler, durchschnittlicher Sommer in Deutschland – hat im Vergleich zu den Jahren zuvor mit über 34.000 Gästen zur Zufriedenheit aller gesorgt. Mit den Frühschwimmern und Schulklassen habe man regelmäßige Freibadbesucher, aber auch sonst wurden mehr Dauerkarten als die Jahre zuvor verkauft. „Das liegt sicherlich an dem heißen Sommer im Vorjahr, der noch in Erinnerung war“, meint Kaufmann und Kierblewski ergänzt: „Aber auch daran, dass bei uns die Becken durch die Abdeckung in der Nacht immer eine konstante Temperatur von 21 bis 23 Grad haben.“

Mit über 104.000 Euro Umsatz war die diesjährige Freibadbadsaison nach 2006 und dem letzten heißen Sommer die dritt-umsatzstärkste Saison seit der Jahrtausendwende. Ausreißer in positiver Hinsicht sei zudem das Bewegungsbecken: Die Aquakurse des Erlenbades boomen, die Zahlen haben sich in den letzten Jahren verdoppelt. Lediglich die Salzgrotte mache Kaufmann und Paule etwas Sorgen: Die Besucherzahlen stagnieren, sodass sich der Betrieb momentan nicht rechne. Sollte sich das diesen Winter nicht ändern, müsse auch hier über Veränderungen nachgedacht werden.

Eine Konsequenz aus stagnierenden beziehungsweise fehlenden Besucherzahlen haben die beiden Herren bereits nach Beschluss des Aufsichtsrates der Bäder GmbH Ende des Sommers bezüglich der in Eigenregie geführten Schwimmbadgaststätte gezogen: Das ErlenQuartier wurde Ende September geschlossen. Im Januar dieses Jahres hatte man die Außengastronomie für Laufkundschaft aus der Region geöffnet, doch das Angebot und vor allem auch der schöne Biergarten direkt am Erlenteich wurden nicht angenommen, sodass die Verantwortlichen bereits nach einer Sommersaison einen Schlussstrich gezogen hätten. Paule sagt: „Die im Schwimmbad innenliegende BikiniBar wird offengehalten, aber nur noch bei Kindergeburtstagen oder Events mit Personal besetzt. Die Erfrischungstheke in der Sauna bleibt wie gehabt, über den Betrieb des Freibadkioskes werde für die kommenden Saison noch nachgedacht.“ Zudem feierte die BäderKultur in dieser Saison ihre Premiere. Nach der Idee von Anja Kierblewski, die mit ihrer PR.Agentur MARLIK als Externe für das Marketing der Bäder beauftragt ist, wurde die leerstehende Fläche diesen Sommer erstmals in der Geschichte des Erlenbades sinnvoll genutzt: Eine Veranstaltungsreihe mit 17 Events wurde ins Leben gerufen und von Sponsoren und Kulturschaffenden der Region unterstützt.

Aufgrund des Erfolges wird die BäderKultur nächstes Jahr wiederholt, dieses Mal unter der Federführung des neu gegründeten Fördervereines „Badefreu(n)de“ e.V.. Die Veranstaltungsreihe wird künftig alle zwei Jahre stattfinden, im Wechsel mit den Alsfelder Kulturtagen, denn man wolle sich ja keine Konkurrenz machen, sondern gegenseitig bereichern. Zu Gute kommt dem Bad auch das Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtung in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Trotz vieler Hürden ist es Paule und Kaufmann gelungen, das Förderprogramm für das Alsfelder Bad zu bekommen – 1,3 Millionen Euro werden im Rahmen dessen für die grundhafte Sanierung des Bestandes zur Verfügung gestellt. 1,7 Millionen Euro wird die Stadt hinzugeben, sodass der Sanierungsstau der letzten Jahre, auch durch den Sachverhalt, dass die Stadt Alsfeld unter dem Schutzschirm stand, abgebaut werden kann. Wichtigstes Projekt dabei sind die Beckenköpfe im Freibad, die jedes Jahr immense und vor allem unkalkulierbare Kosten verursachen sowie die Sanierung des Hallenbaddaches. Auch finanziell kleinere Vorhaben wie Barrierefreiheit in der gesamten Anlage, Sanierung der 80 Grad-Sauna, des Dampfbades oder der Bau eines Mehrgenerationenspielplatzes werden ebenfalls durch die Förderung bis 2023 realisierbar sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Am Tag danach: Fotos zeigen die Ausmaße des Brandes im Postverteilzentrums

Im Postverteilzentrum in der Konrad-Adenauer-Straße in Alsfeld ist am Donnerstagabend ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte mit über 100 Einsatzkräften aus und …
Am Tag danach: Fotos zeigen die Ausmaße des Brandes im Postverteilzentrums

"Ein Mammutprojekt" - Seehotel Michaela stellt Baupläne für Wellnessbereich und neue Zimmer vor

Das Seehotel Michaela am Antriftstausee wird sich in den kommenden Jahren deutlich vergrößern. Das Gebäude genügt derzeit nicht mehr den Ansprüchen – es gibt zu wenige …
"Ein Mammutprojekt" - Seehotel Michaela stellt Baupläne für Wellnessbereich und neue Zimmer vor

Romrod: In Grundschule eingebrochen

In der Nacht von Montag, 11. November, auf Dienstag, 12. November, brachen Unbekannte in die Schule in der Straße "Am Berg" ein.
Romrod: In Grundschule eingebrochen

Alsfeld: Geparktes Fahrzeug beschädigt und geflüchtet

Am Samstag, 9. November, stellte eine 30-jährige Autofahrerin aus Alsfeld ihren schwarzen Citroen C2 auf dem Parkplatz vor der Stadthalle in Alsfeld ab. Gegen 14 Uhr …
Alsfeld: Geparktes Fahrzeug beschädigt und geflüchtet

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.