Alsfelds letzter Augenarzt hört auf - KVH befürchtet weiteren Ärztemangel

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Das Augenärztliche Medizinische Versorgungszentrum in Alsfeld hat aktuell keinen Augenarzt.

„Wir rechnen mit einem größeren Problem im Bereich der Augenheilkunde“, sagt Karl Roth, Abteilungsleiter Kommunikation der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) bezüglich der Ärzteversorgung im Vogelsbergkreis.

Alsfeld - Nachdem im ersten Halbjahr 2019 im „Augenärztlichen Medizinischen Versorgungszentrum“ Alsfeld (MVZ) die beiden Augenärzte Dr. Lazaridis und Dr. Müller ausgeschieden sind, verlässt nun auch zum 30. Juni der letzte Augenarzt Dr. Bornkessel die Praxis in der Marburger Straße in Alsfeld.

Ein Leser von Alsfeld Aktuell versuchte vergebens einen Termin zur augenärztlichen Vorsorge zu bekommen. „Dabei wurde mir mitgeteilt, dass zurzeit keine Termine vergeben werden, da kein Augenarzt in der Praxis sei. Besitzer des Zentrums sei Dr. Handzel aus Fulda, der aber scheinbar nicht in Alsfeld praktiziert. Weitere Infos waren nicht zu bekommen.“

Ein Blick ins Internet zeigt: Dieser Arzt ist bereits in der „Weißen Liste“ der Bertelsmann Stiftung als Augenarzt des MVZ aufgeführt. Wie aktuell dieser Eintrag ist, konnte die Stiftung nicht beantworten.

Angeblich keine Schließung des MVZ geplant

Auf Nachfragen reagierte das Praxisteam empfindlich. Von einer Schließung der Praxis könne keine Rede sein. Eine weitere Stellungnahme war nicht zu erhalten, auch nicht zu einer möglichen Nachfolge. Dr. Bornkessel befinde sich bereits im Urlaub und sei deshalb nicht zu sprechen.

Wie prekär die Situation wirklich ist, schildert der Pressesprecher der KVH: „Herr Dr. Bornkessel wird zum 30. Juni seine Tätigkeit im ,Augenärztlichen MVZ’ in Alsfeld beenden. Hier gibt es allerdings leider aktuell keine Nachfolgerregelung! Für die im Laufe des ersten Halbjahres 2019 ebenfalls aus diesem MVZ ausgeschiedenen Augenärzte, Dr. Lazaridis und Dr. Müller, sind bisher auch keine Nachfolger gefunden worden.“

Die KVH müsse nun einen Mangel verwalten, dessen Saat vor vielen Jahren gesät worden sei, indem in den 90er Jahren die Medizinstudienplätze radikal reduziert worden seien, so Roth. „Hier ist die Politik dringend gefordert, für Abhilfe zu sorgen. Außerdem sind attraktive Rahmenbedingungen wichtig, damit sich wieder mehr Absolventen in die Niederlassung trauen. Dazu fordern wir die Abschaffung von Budgets und Regressen.“

Damit müssen Patienten bis auf Weiteres auf die umliegenden Praxen in Lauterbach oder Schotten ausweichen.

Mitarbeit: Maximilian Gerten

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