Altenburger freuen sich: Fußgängerbrücke nun bald frei

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Bald wieder begehbar: die Fußgängerbrücke in Altenburg zwischen Stockwiesenweg und Wehrgasse.

Endlich ist der Streit um die Altenburger Fußgängerbrücke über die Schwalm so gut wie beendet. Nach dreijährigem Streit gibt es die Stahlbrücke nun kostenlos für die Stadt Alsfeld.

Endlich ist der Streit um die Altenburger Fußgängerbrücke über die Schwalm so gut wie beendet. Nach fast dreijähriger Sperrung soll das Bauwerk, welches den Stockwiesenweg am Dorfgemeinschaftshaus mit der Wehrgasse verbindet, für die Fußgänger noch in diesem Sommer freigegeben werden. Ein „Erfolg auf ganzer Linie“, freuen sich Bürgermeister Stephan Paule Bauamtsleiter Tobias Diehl und Ortsvorsteher Ralf Kruse.

10 Jahre Garantie auf Brücke in Stahl

Nicht nur die Fußgänger wird es freuen, auch das Stadtsäckel wird weniger belastet. Statt der geforderten 147.000 Euro für das Bauwerk, darin eingerechnet sämtliche Planungs-, Bau- und Vorbereitungsleistungen, wird die Stadt nach Abzug aller Nachlässe und Fördermittel nur noch knapp 42.000 Euro bezahlen müssen. Hinzu kommt der geldwerte Vorteil durch eine 10-jährige Garantie für den Stahlbau, die nach der endgültigen Abnahme 2018 beginnt.

In ihren jüngsten Sitzungen stimmten der Ortsbeirat Altenburg und der Magistrat der Stadt Alsfeld jeweils einstimmig einem Vergleich mit der Firma Laudemann (Sontra) zu. Demnach wird die Stahlkonstruktion der Brücke, die aus Sicht der Stadt Alsfeld mit einer fehlerhaften Beschichtung ausgeliefert wurde, der Stadt nun kostenfrei überlassen. Außerdem erfolgt eine Grantieverlängerung der Firma für das Stahlbauwerk auf zehn Jahre, abgesichert durch eine Bürgschaft. Über Jahrzehnte hatten die Altenburger für die Verbindung über die Schwalm gekämpft.

Am 4. Januar 2016 sollte es dann endlich soweit sein: Die Brücke wurde nach zweimonatiger Bauzeit eröffnet. Doch schon zu dieser Zeit war klar, dass die Brücke nicht so geliefert wurde wie vereinbart. Also erfolgte die Freigabe unter Vorbehalt. Bestellt worden war das Bauwerk als voll feuerverzinkt, und damit besonders korrosionsbeständig. Geliefert wurde sie lediglich beschichtet, sodass die Stadt Alsfeld die Abnahme des Bauwerks und die Übernahme der Verkehrssicherungspflicht verweigerte.

Was danach folgte, war für viele Altenburger schwer zu ertragen: Nicht nur Bauzäune sollten ein Überqueren der Brücke verhindern, auch massive Betonquader hielten Fußgänger davon ab, den Übergang zu benutzen. Diese Maßnahme der Baufirma war nicht nur ein Schandfleck, sondern auch vielfach schwer nachzuvollziehen. Auslöser dafür war Folgendes: Die Stadt Alsfeld entschied sich dazu, die Rechnung für die fehlerhafte Brücke nicht zu bezahlen. Dennoch gab sie diese vorläufig für den Verkehr frei.

Da sie jedoch nicht offiziell abgenommen war, denn die Stadt wollte weiterhin von der Firma aus Sontra Nachbesserungen verlangen können, entschied diese sich daraufhin dazu, die Brücke kurzerhand zu schließen. Grund dafür sei die Verkehrssicherungspflicht, die die Firma weiterhin zu leisten gehabt hätte. Die Verbarrikadierung der Brücke geschah ohne Absprache mit der Stadt. Ein langer Rechtsstreit schloss sich an, mit zähen Vergleichsverhandlungen. Angeblich sei eine solche Brücke nicht feuerverzinkt herstellbar, so die Baufirma Laudemann.

Gutachter: Brücke hätte verzinkt werden können

Erst nachdem der gerichtlich bestellte Gutachter einwandfrei feststellte, dass, wie von der Stadt Alsfeld bestellt, eine feuerverzinkte Brücke ausführbar gewesen wäre, kam Bewegung in das Verfahren. Durch die Vertreter der Stadt vor die Alternative gestellt, die Brücke wieder abzubauen und feuerverzinkt neu zu liefern oder vollständig auf deren Bezahlung zu verzichten sowie die der Stadt entstandenen Zusatzkosten zu übernehmen, signalisierte die Firma schließlich ein Einlenken. Man verzichtet vollständig auf die Bezahlung der Stahlkonstruktion der Brücke und zahlt der Stadt eine Pauschale für die entstandenen Anwalts- und Verfahrenskosten. Die Stadt muss lediglich die fehlerfrei ausgeführten Fundament- und Erdarbeiten bezahlen.

Schnellstmögliche Freigabe der Brücke folgt

Nach der Endabnahme der Brücke durch das städtische Bauamt erfolge schnellstmöglich die Beseitigung der Absperrungen, verspricht Paule.

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