Der Apfel fällt nicht vom Stamm: Keine Ernte in Leusel

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Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Berthold Lang. Im Hintergrund lässt sich das große Grundstück des Vereins erahnen, auf dem die Obstbäume stehen.
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Ein natürlicher Rasenmäher: Seit kurzem grasen Ziegen zwischen den Baumreihen.
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Hilft auch fleißig mit, das Gestrüpp möglichst niedrig zu halten.
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Hier beginnen die Baumreihen des Vereins - wunderschön gelegen am Hang und zwischen weitläufigen Wiesen und Feldern. Auch einige Birnenbäume gehören zum Grundstück.
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Dass die Apfelbauern in diesem Jahr wenig Ertrag haben, ist bekannt. Der deutsche Bauernverband erwartet die schlechteste Apfelernte seit 26 Jahren.

„Selbst große Unternehmen wie Possmann suchen händeringend nach Früchten”, weiß Berthold Lang, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins in Leusel. Der ehemalige Ortsvorsteher nimmt ALSFELD AKTUELL mit zu seinen rund 200 Apfelbäumen.

„Keinen einzigen Apfel” habe man dieses Jahr ernten können, erklärt der 66-Jährige. Schuld an der Ertragslosigkeit ist der späte Frost Ende April – also in der Blütezeit des Apfelbaumes. Dass gar keine Blüten überlebt haben, hänge in Leusel jedoch auch mit dem ungünstigen Standort der Baumreihen zusammen – nämlich an einem Osthang.

Früher habe man die Ernte noch nach Göttingen gekarrt und dort zu Apfelwein gekeltert, so Lang, der seit 40 Jahren Mitglied im Verein ist. Das rentiere sich heutzutage nicht mehr. Zumal der Verein, wie die meisten anderen Pflanzengemeinden auch, immer weiter schrumpfe. Neun aktive Mitglieder habe der Verein in Leusel und „die werden auch nicht jünger”, weiß Lang. Die Arbeit an den Bäumen, also das Zurückschneiden, das Ernten, das Mähen am Hang, werde immer schwieriger. Letzteres übernehmen seit kurzem einige Ziegen, die Gestrüpp und Brennnesseln wegfuttern. „Ein natürlicher Rasenmäher sozusagen”, schmunzelt der Vorsitzende.

Die ganze Arbeit können die Vierbeiner natürlich nicht übernehmen. „Es fehlt einfach der Nachwuchs in unserem Verein”, bedauert der Ruheständler. Eine Baumreihe, die etwa neun Apfelbäume hat, würde er mittlerweile auch verschenken. „Hauptsache es kümmert sich jemand und hat Spaß daran.” Belohnt wird die Arbeit – neben dem möglichen Ertrag natürlich – mit einem herrlichen Blick über die Gemarkungen. Auch eine Hütte liegt idyllisch im Grundstück des Vereins. Dort werde im Sommer beim Zusammensitzen auch das ein oder andere Bierchen getrunken und gegrillt. Toll wäre es für den Verein, bei der nächsten Grillparty auch neue Mitglieder begrüßen zu dürfen.

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