Der Aufreger: Kleiner Hund in Tüte entsorgt

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Beim Spaziergang mit ihrem Hund Maya machte Eva Schlitt aus Altenburg eine grausige Entdeckung.

Ein Tierbesitzer hat seinen kleinen Hund in einer Plastiktüte entsorgt und nahe Altenburg an einem Obstbaumgrundstück abgelegt. Tiere haben die Tüte geöffnet und den Kadaver weitgehend aufgefressen. „Welcher Hundebesitzer tut seinem Liebling so etwas an? Das ist doch nicht normal“, so die entsetzte Schlitt.

 Viel ist von dem kleinen Hund nicht mehr übrig: Neben der schwarzen Plastiktüte liegt eine helle Decke, in die der Vierbeiner wohl eingewickelt war, Reste seines dunklen Fells, Haut, einige Knochen und sein Schädel, der Gestank der Überreste ist erbärmlich.

ALSFELD AKTUELL übergab Fotos des Kadavers der Tierärztin Brigitte Schneider aus Eulersorf zur Begutachtung. Sie vermutet, es könnte es sich bei dem Kadaver um einen schwarzen Mops oder einer anderen kurzköpfigen Hunderasse handeln.

Für eine Katze seien die Augenhöhlen zu groß. Wenn es nicht nach dem Tod passiert sei, hatte der Hund einen „Unfall“ und einen Bruch der rechten Augenhöhle. Grundstücksbesitzer Martin Räther ärgert sich: „Es ist ein Unding, den Hund einfach so zu entsorgen.“ Er wird den Kadaver wohl selbst beseitigen müssen, da er sich auf seinem Eigentum befindet. Die Stadt Alsfeld sei dafür nicht zuständig, da der „Abfall“ auf einem privaten Gelände gelagert werde.

Auch die Übernahme anfallender Entsorgungskosten müsse der Grundstückseigentümer tragen, so Jennifer Textor vom Alsfelder Ordnungsamt. Der Halter des entsorgten Hundes dagegen kann sich Gedanken machen: Sollte er ausfindig gemacht werden, wartet auf ihn eine Ordnungswidrigkeit in Höhe von bis zu 50.000 Euro und kann in die Pflicht genommen werden, sich um die Entsorgung zu kümmern.

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Zwischenruf von Daniela Eichelberger: Fund, der wütend macht

Der beste Freund des Menschen, entsorgt in einer Plastiktüte auf einem Obstbaumgrundstück. So ist es diese Woche in unserem „Aufreger“ zu lesen. Da hat jemand seinen kleinen mopsähnlichen Hund wie Abfall entsorgt. Dort müssen die stinkenden Überreste nun vom Grundstücksbesitzer entsorgt werden.

Eine mehr als unangenehme Aufgabe. Was betroffen macht: Der kleine Hund hatte einen Bruch an der rechten Augenhöhle, vermutlich die Todesursache des Vierbeiners. Das wirft Fragen über die mutmaßlich schlechte Tierhaltung und vielleicht sogar Misshandlung auf. Kaum ist sonst zu verstehen, wie jemand so herzlos den kleinen Vierbeiner auf diese Weise entsorgen konnte. Und die rechtskonforme Entsorgung eines verstorbenen Haustiers ist hierzulande gar nicht so schwierig.

Wie Rechtsanwalt Andreas Ackenheil vom Deutschen Anwaltsverein betont, dürfen kleine Haustiere in der Mülltonne entsorgt werden, größere nicht. Eine Bestattung im Garten ist ebenso legal, so Gregor Kraft vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Lauterbach. Bei einem größeren Tier benötigt man eine Erlaubnis des Veterinäramts.

Das Grab muss mindestens einen halben Meter tief, nicht im Wasserschutzgebiet und ein bis zwei Meter von öffentlichen Wegen entfernt sein. Eine weitere Möglichkeit: Die für den Vogelsberg zuständige Firma Rivenich, Tierkörperbeseitigung, holt das Haustier ab (Telefon 06508-91430). Als dritte Möglichkeit gibt es in Homberg/Ohm ein Tierkrematorium.

Aber es ist verboten, die Leiche eines Tieres im Wald zu vergraben oder bei seinen Mitmenschen zu entsorgen. Denn das ist, nebenbei bemerkt, rücksichtslos und widerlich.

 

Ihre Meinung? daniela.eichelberger@alsfeldaktuell.de

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